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Donnets Bilanz: Ausverkauf bei Generali

16.03.2017 – Donnet_Generali_Piranha_PhotographyHeute wird Generali die 2016er-Bilanzzahlen bekanntgeben. Da wird sich weisen, ob die vom seit März 2016 amtierenden CEO Philippe Donnet eingeschlagene Refokussierung erste Früchte gebracht hat. Binnen Jahresfrist hat Donnet bereits Tochtergesellschaften in Liechtenstein und Guatemala veräußert. Die niederländische Tochter steht auf der Verkaufsliste, möglicherweise auch das französische Geschäft.

Anscheinend ist das Ziel eine geographische Fokussierung. Auch wenn sich die finanzielle Lage in 2016 weiter verbessert haben sollte, erscheint mittelfristig ein “Anschluss” der Generali an einen der großen Player Axa, Allianz oder Zurich – deren jetziger CEO Mario Greco der Amtsvorgänger von Donnet ist – wahrscheinlich. Für einen Erwerber ist auch die gegenwärtige Börsenkapitalisierung der Generali attraktiv, die 6,4 Prozent unter dem Nettowert der Gesellschaft liegt, woraus sich ein buchhalterischer “acquisition badwill” ergäbe.

Generali ist zu klein und in einem zu instabilen Staat ansässig als dass sie wirklich zum Kreis der europäischen Oligopolisten zählen könnte. Denkbar wäre allenfalls noch die Besinnung auf eine starke regionale Rolle im Hinblick auf “Mitteleuropa”, ein Terminus, der mehr oder weniger das einstige Österreich-Ungarn bezeichnet. Eine solche regional fokussierte Strategie hätte jedoch den Nachteil fehlender Synergien. Dies beträfe den weltweiten Einkauf von Rückversicherungsschutz sowie die weltweite geographische Diversifikation bei entsprechend reduziertem relativem Eigenkapitalbedarf.

Traditionell wird Generali durch die italienische Investmentbank Mediobanca beherrscht. Diese versuchte kürzlich eine italienische Lösung zu erzwingen, nämlich eine auf ein vielleicht etwas veraltetes Bankassurance-Konzept herauslaufendes Zusammengehen von Intesa Sanpaolo und Generali. Angeblich war auch der italienische Staat an dieser nationalen Lösung interessiert. Ihm ging es darum, Generali als einen wichtigen nationalen Erwerber von Staatsanleihen zu erhalten. Diese Pläne haben sich mittlerweile zerschlagen.

Die 1831 in der damaligen K&K-Hafenstadt Triest gegründeten Assicurazioni Generali hatten das Pech infolge des Auseinanderdriftens Österreichs 1920, Italien zugeschlagen zu werden. Zwischen 1947 und 1954 lag Triest im von der UN administrierten Pufferstaat Territorio Libero die Trieste.

Generali operiert aus einem in fiskalischer Hinsicht angeschlagenen Land. Das S&P Rating Italiens steht bei BBB-, also einen Notch vor dem nicht mehr “investment grade”, immerhin bei stabiler Prognose. Seit 2014 hat Generali auf das S&P-Rating verzichtet, das in etwa vergleichbare von Fitch liegt bei A-. Insofern befindet sich Generali in einer noch schlechteren Position als die auf Iberoamerika fokussierte Mapfre, die es auch nur mit Mühe auf ein etwas besseres Rating bringt als der ihren Hauptsitz beherbergende Souverain (immerhin volles A gegenüber nationalem BBB+). (cpt)

Bild: Philippe Donnet (Quelle: Generali / Piranha Photography)

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