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Digitale Risiken zwingen Versicherer zum Umdenken

13.06.2017 – Cyber_BlogtrepreneurNicht nur Wannacry-Opfer treibt das Thema Cyber um, auch Haftpflichtversicherer müssen, einhergehend mit neuen Technologien, auf neue Risiken reagieren. In Zeiten des digitalen Fortschritts verschiebt sich die Haftungsfrage zunehmend vom Menschen auf das Material: Software-Webfehler oder einen von Maschinen erzeugten Schaden abzubilden, dazu reichen bisherige Haftungsmodelle nicht mehr aus. Besonders betroffen sind die Industrieversicherer.

Die gute Nachricht: Frequenz-Schaden werden immer weniger, die Schaden-Prävention durch Sicherheitsstandards scheint zu wirken. Zu diesem Schluss kommt die Allianz Global Corporate Solutions (AGCS) nach der Durchsicht von 100.000 Haftpflicht-Schadensfällen. Die schlechte Nachricht: Komplexe Großschäden, die sich über mehrere Länder spannen, nehmen zu.

Neben der wachsenden Vernetzung von Firmen und einem steigenden kollektiven Rechtsansprüchen, ist es die Digitalisierung, neue Technologien, die die Haftpflicht-Versicherung verändern. „Dazu zählt beispielsweise vollautomatisiertes Fahren, was eine starke Verschiebung von Verkehrsunfällen verursacht durch menschliches Fehlverhalten zu Lasten von Produkthaftpflichtschäden für Automobilhersteller und -zulieferer hervorrufen wird, schreibt Carsten Krieglstein, bei AGCS zuständig für die CEE-Region, in seinem Beitrag im Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

90 Prozent der Verkehrsunfälle seien heute zwar noch menschengemacht, nur ein Prozent der Unfälle sei auf einen technischen Mangel zurückzuführen. Doch die Systemkomponenten, die ein Auto sich selbst steuern lassen, kommen nicht nur von verschiedenen Herstellern. Sie sind auch noch im Fahrzeug verteilt und müssen durch eine Software zu künstlichem Leben erweckt werden. “Allein mit der Erhöhung des Softwareanteils im Fahrzeug steigt die Anzahl der potenziellen Fehler in Steuergeräten“, gibt Krieglstein zu bedenken. “Ob Betriebsunfälle, Umweltschäden, Produktrückruf oder Datendiebstahl: Moderne Haftungsrisiken für Unternehmen sind vielfältig.“

Auch durch den vielen als zukunftsträchtig gerühmten 3D-Druck, ergeben sich neue haftungsrechtliche Fragen. “Die zu deren Konstruktion verwendeten Softwareprogramme sind mindestens so wichtig wie die später eingesetzten Materialien”, schreibt Krieglstein. Produktmängel entstünden so bereits in der Entwicklungsphase des 3D-Modells. “Durch die zahlreichen Beteiligten wächst der Kreis der potenziell Haftenden“, schreibt er und nennt als Beispiel das erste 3D-gedruckte Medikament, ein in den USA zugelassenes Epilepsie-Mittel. “Damit unterliegen Ärzte, Apotheker, Hersteller und Softwareanbieter der Haftpflicht.”

Die rechtliche Sicht auf die neuen Haftungsfragen zu klären, reicht für Industrieversicherer nicht aus. Sie müssten auch technisch am Ball bleiben, so Krieglstein. (vwh/de)

Bildquelle: Blogtrepreneur / CC

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