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Der Rubel rollt für Insurtechs

19.01.2017 – insurehack_zurichViel Bewegung ist derzeit in der Insurtech-Szene: Laut einer aktuellen Studie haben sich die Finanzierungen der Versicherungs-Startups allein im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Die “Berliner Digital-Erklärung” sorgt zudem für Diskussionen, allerdings bevorzugen Financefox und Clark das direkte Gespräch. Zudem will Insurtech-Gründer Dominik Groenen bereits Ende 2017 mit Flypper an den Start gehen.

Goldene Zeiten in der Insurtech-Branche: Laut einer aktuellen Statistik des Münchener Fintechs Finanzchef24 flossen allein 2016 auf dem digitalen Versicherungsmarkt in Deutschland mehr als 82,4 Mio. US-Dollar in die Gründerszene – mehr als doppelt soviel wie im Jahr zuvor. “2016 hat die Insurtech-Branche endgültig gezeigt, dass sie mehr ist als nur ein temporärer Hype”, betont Felix Schollmeier, Mitgründer und Geschäftsführer der Finanzchef24 GmbH. “Das Investitionsvolumen bestätigt das globale Interesse daran, den Versicherungssektor an moderne Technologien anzupassen.”

Besonders stark im Fokus der Versicherungs-Startups stehen laut Studie die Direktkanäle. So scheinen vor allem die Geschäftsmodelle rund um die Bereiche B2C und Health von besonderem Interesse zu sein. So wurden allein in diesen beiden Zielgruppensegmenten bereits über eine Mrd. US-Dollar investiert. In Deutschland scheint die Gründung komplett neuer Direktversicherer hingegen nur zögerlich anzulaufen. Hier dominieren laut Finanzchef24 auch weiterhin Insurtechs aus den Kategorien Marketplace/Aggregator und Insurance Management mit vergleichbaren Geschäftsmodellen.

Die zögerliche Entwicklung liegt hierzulande vor allem an der Bestandsübertragung, die vielen reinen Online-Maklern zu langsam geht. Einige Insurtechs trieb es gar zur “Berliner Digital Erklärung”, die wie ein verzweifelter Versuch erscheint, sich am Markt Gehör zu verschaffen und das Geschäftsmodell zu retten. Der neue Startup-Guru Domink Groenen hingegen hält unbeirrt an seinen Plänen fest.

Schenkt man übereinstimmenden Branchenberichten Glauben, will dieser mit seinem Versicherungsunternehmen – Flypper genannt – bereits Ende dieses Jahres an den Start gehen. Es sind vor allem Sachpolicen der Sparten Hausrat, Haftpflicht, Gebäude und Unfall stehen, die Groenen mittels App und Smartphone verkaufen will. Startkapital: 33 Mio. Euro in zwei Tranchen à acht bzw. 25 Mrd. Euro.

Der Kampf um die Kunden ist jedenfalls in vollem Gange – wenn auch mit nicht immer ganz legalen Methoden. Ein aktueller Trend: gefälschte Kundenbewertungen. In der Kritik stehen dabei vor allem die Allianz-Töchter Coverion und Suprsafe (siehe UNTERNEHMEN & MANAGEMENT). Der Erfolg der neuen Versicherungs-Startups scheint jedoch weiterhin ungebrochen: “Insurtechs orientieren sich an den digitalen Bedürfnissen der Kunden und bringen einen gewissen Grad an Einfachheit in die komplexe Versicherungsmaterie”, kommentiert Schollmeier von Finanzchef24. Der traditionelle Markt scheint “das Potenzial digitaler Produkte” zumindest erkannt zu haben. (vwh/td)

Bild: Insurehack Zurich in Köln (Quelle: Zurich)

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Weitere Schlaglichter bei VWheute:

IDD: Bundeskabinett ignoriert Branche
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) beschlossen – ohne auf die Änderungswünsche der Branchenverbände einzugehen. Das Provisionsabgabeverbot bleibt, ebenso wie das von Maklern heftig kritisierte Honorarannahmeverbot. Dagegen will AfW-Chef Norman Wirth gerichtlich vorgehen.

Ehemaliger Axa-Chef de Castries strebt Politkarriere an
Einst zählte Henri de Castries als Vorstandschef des französischen Axa-Konzerns zu den Granden der Versicherungsbranche. Nun scheint der 62-jährige Jungrentner eine zweite Karriere in der Politik anzustreben. Demnach erklärte de Castries laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung seine Unterstützung für den bürgerlichen Präsidentschaftskandidaten François Fillon.

Verbraucher suchen den “Versicherungskäse”
Der Bund der Versicherten (BdV) zeichnet auch in diesem Jahr wieder das – ihrer Ansicht nach – schlechteste Versicherungsprodukt mit dem “Versicherungskäse des Jahres” aus. Noch bis 15. März 2017 sollen Vorschläge für preisverdächtige Produkte angeboten werden. Nach Angaben der Verbraucherschützer sollen sich auch die Versicherer selbst ausdrücklich daran beteiligen können.

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