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Debeka im Visier der Bafin: Ansprüche der Versicherten nicht in Gefahr

03.07.2018 – Debeka Dresden_DresdenUnter anderen stehen die Debeka und die Generali unter intensivierter Aufsicht der Bafin. Bei der Generali sind die Probleme nicht erst seit den Verkaufsgerüchten an Viridium bekannt. Bei der Debeka überrascht das schon, gelten die Koblenzer doch als solider Musterknabe der Branche. Bemerkenswert: Es sind die zwei einzigen von den 34 beobachteten Versicherern, die sich offen zu den Überwachungen äußern.

Der Generali und der Debeka muss ein großes Lob ausgesprochen werden, denn im Gegensatz zum Großteil der Branche haben sich diese Unternehmen bei der Anfrage der Bafin-Überwachungsanfrage der Bild nicht weggeduckt. Genau das haben aber weitere 32 Unternehmen getan, so viel zum Thema Transparenz.

Dabei ist die Überwachung der Bafin keine Angelegenheit, die man schamhaft verschweigen müsste – oder die nicht jeder Interessierte nachvollziehen könnte. Denn wer unter der intensivierten Aufsicht steht, ist im Bericht “Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes” genau geregelt. Die Bonner Finanzaufseher richten ihre verstärkte Aufmerksamkeit auf Unternehmen, bei der die jährliche Prognoserechnung ergibt, dass sie “mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten haben könnten”.

Ebenfalls genau beobachtet werden Versicherer, die “Übergangsmaßnahmen von Solvabilität II” anwenden und deren Anwendung “zumindest zeitweise auch tatsächlich notwendig war”. Ist so ein Fall eingetreten, müssen die Unternehmen gegenüber der Bafin darlegen, welche Maßnahmen sie ergreifen, um die Anforderungen nach Ablauf der Übergangszeit zu erfüllen.

Debeka nimmt die Angelegenheit entspannt

In einem Gespräch mit VWheute erklärt Gerd Benner, Leiter der Unternehmenskommunikation, dass die Debeka zur zweiten Gruppe gehört, also Übergangsregeln in Anspruch genommen hat, was “auch nicht schlimm wäre”.

Einen Reputationsschaden erwarten die Koblenzer nicht, bisher gebe es “keine Kundenfragen” in dieser Richtung. Überhaupt seien die Ansprüche der Versichertengemeinschaft gegenüber der Debeka nicht in Gefahr, die “Kundenerwartungen können alle erfüllt werden”, stellt Benner klar.

Die Bild hätte bei ihrem Beitrag “mit Kanonen auf Spatzen geschossen” und man sei nicht glücklich über die prominente Nennung des eigenen Unternehmens im Artikel, aber insgesamt sei das “kein Thema”.

Rohüberschuss und ZZR

Ebenfalls erledigt sei das Kapitel Rohüberschuss. Im letzten Jahr war die Debeka vom LV-Fachmann Professor Hermann Weinmann von der Hochschule Ludwigshafen wegen einem negativen Rohüberschuss kritisiert worden und in dessen LV-Rating nicht allzu gut weggekommen.

Darauf angesprochen erklärt Benner frei heraus, dass das Unternehmen im letzten Jahr einen “leicht negativen Rohüberschuss” bilanzieren musste. Ursächlich dafür war die Bildung einer starken Zinszusatzreserve. Im aktuellen Geschäftsbericht sei allerdings bereits wieder ein “leicht positiver” Rohüberschuss abzulesen, daher wäre die Angelegenheit “kein Thema mehr”.

Ein nicht enden wollendes Thema ist die Zinszusatzreserve, die ja nun allem Anschein nach angepasst wird. Die Debeka habe die Anforderungen der ZZR in der Vergangenheit ohne das Heben von stillen Reserven erfüllen können, erklärt Benner, lediglich im Jahr 2017 wurden “in ganz geringem Umfang” Bewertungsreserven aufgelöst. In diesem Jahr habe man das nicht getan, denn wenn die Änderung der ZZR kommt, müssen man keine 1,1 Mrd. Euro, sondern nur noch 500 Millionen Euro für die Reserve bereitstellen.

Dass die Debeka aktuell einen eigenen Asset Manager gegründet hat, stehe mit der Bafin Überwachung nicht in Zusammenhang, damit wolle man nur die eigenen Kompetenzen erweitern und “noch professioneller auftreten wie bisher”. Genau diesen Professionalismus haben sowohl die Debeka wie auch die Generali bereits bewiesen, indem sie auf die Anfrage bezüglich der intensivierten Aufsicht antworteten. (vwh/mv)

Bildquelle: Debeka

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