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Bitte ein Bitcoin: Digitale Währung im Aufschwung

21.07.2017 – 750100_web_R_B_by_Tim Reckmann_pixelio.deEs gibt fast nichts mehr, was heute nicht in der Online-Welt angeboten und verkauft bzw. gekauft werden kann. Dabei spielt die Internet-Währung Bitcoin eine immer größere Rolle. Lange als Spielgeld für Nerds und Cyberkriminelle abgestempelt, hat die 2008 von einem unbekannten Programmierer entwickelte Digitalwährung einen gewaltigen Aufschwung erlebt.

Seit Oktober 2016 hat sich der Wechselkurs auf über 2.500 Dollar im Juni 2017 vervierfacht und ist deutlich teurer als eine Feinunze Gold. Apple-Mitbegründer Steve Wozniak hat schon früh in die digitale Münze investiert. “Ich mag die Technologie dahinter. Jede Transaktion ist transparent und abgespeichert”, erklärt der Tech-Guru.

Dieses transparente Datenregister heißt bei Bitcoin „Blockchain“, es gilt als genauso gut wie fälschungssicher, weil alle Informationen miteinander verkettet sind. “Bitcoin-Wechselstuben wurden Opfer von Hacker-Angriffen, aber die Bitcoin-Blockchain gilt als sicher. Das schafft natürlich Vertrauen”, erklärt Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance & Management.

Nur welche Person sich hinter einem Konto verberge, sei in der Regel unbekannt. Ende Mai 2017 waren insgesamt rund 16,36 Millionen Bitcoins im Umlauf. Pro Tag werden auf der ganzen Welt 350.000 Transaktionen mit dem digitalen Tauschmittel getätigt – ohne die Mithilfe einer Zentralbank. Kein Politiker kann den Geldhahn aufdrehen und für eine digitale Inflation sorgen.

Banken der Zukunft heißen Amazon & Co.

Zudem unterliegen Bitcoins nicht der für Banken üblichen Einlagensicherung. Im Falle eines Bankrotts der in Deutschland beliebten Plattform Bitcoin.de, die über eine Bafin-Zulassung verfügt, gehen die digitalen Münzen verloren. Die Banken der Zukunft heißen ohnehin Amazon, Apple oder Alphabet (Google), glaubt Finanzexperte und Autor Markus Miller.

Der Vorteil von Bitcoins sei vor allem, dass sie im Gegensatz zu Papiergeld nicht auf Schulden basieren. “Je höher die Schulden, desto weniger wert ist das Papiergeld. Die Wertaufbewahrungsfunktion ist einfach nicht mehr vorhanden”, sagt Miller im Sender n-tv.

In der Tat werden Bitcoins als eine Art Alternativwährung in Ländern mit Kapitalverkehrskontrollen wie China eingesetzt. Dort werden auch die meisten davon im Mining-Prozess produziert. Für Menschen in Krisenstaaten wie Venezuela oder in Entwicklungsländern, die oft keine Bankkonten haben, könnten Bitcoins eine leicht zugängliche, global einsetzbare Währung werden, auf die Regierungen keinen Zugriff haben.

Bitcoins sind bei Notenbankschefs umstritten

Dennoch sehen führende Finanzpolitiker und Notenbankschefs die digitale Krypto-Währung kritisch. So warnte Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny vor den Risiken der Cyber-Währung. “Bitcoin ist ein Spekulationsobjekt”, sagte er jüngst in einem Interview mit der österreichischen Kleinen Zeitung. Zwar wolle die Notenbank die digitale Währung nicht verbieten. “Man muss die Leute aber wissen lassen, auf was sie sich da einlassen”, warnte Nowotny.

Wesentlich offener im Umgang mit den Bitcoins gibt sich das Land der aufgehenden Sonne. So hat Japan zum 1. April 2017 die Digital-Währung als legales Zahlungsmittel zugelassen. Somit müssen sich alle Finanzdienstleister und Börsen an die gleichen staatliche Regularien bzw. Auflagen halten, wie sie auch für Währungen gelten.

Zudem haben zwei japanische Bitcoin-Börsen bereits Versicherungsprodukte mit in ihr Portfolio aufgenommen, die darauf abzielen Verluste durch fehlerhafte Transaktionen zu kompensieren. Dafür arbeiten diese unter anderem mit der Mitsui Suitomo Versicherung sowie mit den Versicherern Tokio Marine und Nichido Fire Insurance zusammen. Genaue Details sind nach Angaben des Fachmagazins BTC-Echo jedoch bislang nicht bekannt. (dg)

Lesen Sie mehr zur Digital-Währung in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bild: Tim Reckmann  /PIXELIO/ www. pixelio.de

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