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Ärzte-Haftpflicht: Vermittler ziehen den Joker

31.05.2017 – horst_peter_schmitz_privatVon Horst Peter Schmitz. Makler lieben sie, Versicherungen dagegen gar nicht: Ärzte zählen zu den schwierigsten Zielgruppen überhaupt. Vor allem, wenn es um deren Haftpflichtversicherung geht. Viele Mediziner praktizieren gar ohne Absicherung. Noch immer werden Behandlungsfehler von Ärzten als Kunstfehler verharmlost. Wie es scheint, sind es einzig die Versicherer, die das Fehlerrisiko realistisch einschätzen.

Denn wie sonst ist es zu erklären, dass kaum noch Haftpflichtprodukte für Ärzte zu finden sind? Oder liegt es daran, dass sich Versicherer nicht mehr an dieses Segment herantrauen, weil sie den rasanten Entwicklungen in der Medizin nicht mehr folgen können? Fest steht, dass Behandlungsfehler von Ärzten überaus teuer
werden können. Bei den Klagen lässt sich in Anzahl und Schadenumfang eine inflationäre Tendenz feststellen (siehe POLITIK & REGULIERUNG).

Die Folge: Immer mehr Versicherer ziehen sich aus dem Markt für ärztliche Berufshaftpflichtversicherungen zurück. Oder sie verteuern oder verengen ihre Produkte so dermaßen, dass sie sich kaum noch im Markt unterbringen lassen. Ein für Makler und Vermittler einst so attraktiver Markt scheint auszutrocknen.

Bei etwas genauerem Hinsehen werden pfiffige Makler allerdings feststellen, dass die Ärzteschaft dennoch Potential hat. Denn sie ist zwar über Rahmenverträge größerer Organisationen oder über die jeweilige Klinik abgesichert, aber wie so oft liegt die Crux im Detail. Ohne spezielles Wissen über die Zielgruppe “Arzt/Ärztin” allerdings wäre ein Makler oder Vermittler hoffnungslos verloren.

Der Markt hält kaum ausreichend adäquate und bedarfsgerechte Produkte bereit. Und ist der Vermittler mit den besonderen Risiken eines Facharztes nicht vertraut, besteht also mithin das Risiko einer schlechten und nicht fachgerechten Beratung, dann wird auch der Versicherer dem Vermittler nicht trauen können. Er wird sich verschließen, denn der Aufwand für Produkt- und Vertriebsschulungen wäre angesichts des Risikos einer falschen Deckung einfach zu hoch. Und Netto-Tarife für Honorarberater gibt es für dieses Segment erst recht nicht.

Möchte ein Vermittler einen Arzt bedarfsgerecht und richtig versichern, muss er nicht nur die Besonderheiten des Arztes kennen, er muss auch wissen, welche Besonderheiten hinsichtlich des ärztlichen Standards im Rahmen des jeweiligen Fachgebietes wiederzufinden sind. Was darf ein Chirurg im Rahmen seines Fachgebietes eigentlich alles machen und was macht der Chirurg, der versichert werden soll, tatsächlich? Wird das benötigte Anforderungsprofil eines Orthopäden vom gewählten Versicherer auch berücksichtigt oder enthalten einzelne Tarife Ausschlussklauseln? Wie sieht es darüber hinaus mit Kooperationsverträgen aus? Kennt der Vermittler die unterschiedlichen Verträge im Rahmen der stationären Versorgung in Kliniken und kann er die einzelnen relevanten Haftungspunkte eines Arbeitsvertrages mit einer Klinik beurteilen?

Zugang zu diesem gleichermaßen komplizierten wie attraktiven Markt bekommen Makler durch Spezialisten, die für ihn die jeweiligen Rahmenbedingungen prüfen und aufgrund ihrer besonderen Kenntnisse den direkten Zugang zu den Versicherern haben.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Kürze in der neuen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bild: Horst Peter Schmitz ist Vorstandsvorsitzender im Heilwesennetzwerk RM eG und geschäftsführender Gesellschafter der Medassek GmbH. (Quelle: privat)

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Weitere Schlaglichter bei VWheute:

IDD-Anhörung: Auch Restkreditversicherung auf dem Prüfstand
Heute findet eine öffentliche Expertenanhörung des Wirtschaftsausschusses zum deutschen IDD-Umsetzungsgesetz statt, die Abgeordneten nehmen den letzten Feinschliff in Sachen Provisionsabgabeverbot vor. Auch über eine Reform der von Verbraucherzentralen viel kritisierten Restschuldversicherung wird diskutiert. Einer der führenden Anbieter dieser Police, BNP Paribas Cardif Deutschland, hält mögliche Verbote für “nicht sinnvoll”.

BGV verzeichnet deutlichen Gewinnsprung
Die Versicherungsgruppe BGV / Badische Versicherungen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 einen Jahresüberschuss von 9,4 Mio. Euro (2015: 8,2 Mio.) erzielt. Dies entspricht einem deutlichen Plus von 15 Prozent. Auch bei den Prämieneinnahmen konnte der badische Versicherer um knapp vier Prozent auf 328,3 Mio. Euro (2015: 315,9 Mio.) zulegen. Allerdings verzeichnete der BGV auch einen deutlichen Anstieg bei den Ausgaben.

Gothaer: “Keinen Batzen Geld in die Lebensversicherung”
Die Gothaer hat 2016 konzernweit leicht Prämie verloren, dank eines hohen Kapitalanlageergebnisses aber mehr verdient, was der Eigenkapitalstärkung zu Gute kommt. “Wir haben zum Glück ein ausgeglichenes Portfolio und können abwarten bis wieder auskömmliche Prämie realisierbar sind”, sagte Vorstandschef Karsten Eichmann am Dienstag in der Bilanzpressekonferenz.

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