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Anschlag in Manchester: Nachfrage nach Terror-Policen steigt

24.05.2017 – dpa grande22 Menschen hat der Selbstmordattentäter mit in den Tod gerissen. Für Terror-Opfer und sonstige unschuldige Opfer von Gewaltverbrechen tritt seit 2012 die britische Regierung ein. Bis maximal 500.000 britische Pfund kann die Entschädigung je Opfer ausfallen. Daneben könnte auch die Veranstalterhaftung greifen, etwa aufgrund unzureichender Sicherheitsmaßnahmen. Konzertabsagen von Ariana Grande sind ebenfalls abgedeckt.

Es ist der schwerste Anschlag in Großbritannien seit über zehn Jahren. Ein Attentäter hat mit einem selbstgebauten Sprengsatz in einer Konzerthalle in Manchester am späten Montagabend mindestens 22 Menschen und sich selbst getötet. Weitere 59 sind verletzt. Die Polizei geht von einem Terrorakt aus. Über Social Media hat der Islamische Staat den Anschlag für sich reklamiert.

Nach den Anschlägen in Paris, Nizza und Brüssel sowie jetzt in Manchester wird die Nachfrage nach “Terror-Absicherung” deutlich ansteigen. In Frankreich existiert ein Entschädigungsfonds für Terroropfer. Allein die Anschläge in Paris sowie die Gegenattacke im Vorort Saint-Denis 2016 beanspruchten den Fonds mit schätzungsweise 300 bis 350 Mio. Euro. Zahlreiche Festivals und Sommerveranstaltungen wurden daraufhin wegen erhöhter Terrorgefahr abgesagt. Das Tourismusgeschäft hat stark gelitten.

Milliardenschäden durch Betriebsausfälle

In Großbritannien ist für die Entschädigung von Terror-Opfern die Criminal Injuries Compensation Authority (CICA) zuständig. CICA ist im schottischen Glasgow ansässig und beschäftigt 300 Mitarbeiter. Die Entschädigung bemisst sich im Stil einer Unfallversicherung nach einer bis 250.000 Pfund gehenden Gliedertaxe. Hinzu kommen noch Einkommenseinbußen sowie 2.500 Pfund an Beerdigungskosten. In jedem Fall gilt eine 500.000 Pfund hohe Deckelung je Opfer. Entschädigungsanträge müssen innerhalb von zwei Jahren gestellt werden. Es gibt auf Personenschäden spezialisierte Anwälte, deren Websites speziell auch Erfolgshonorar-basierte Opfervertretung vor CICA anbieten.

Daneben könnte sich die Frage nach der Veranstalterhaftung stellen, etwa aufgrund unzureichender Sicherheitsmaßnahmen. Dies würde den Haftpflichtversicherer des Betreibers der Manchester Arena bzw. den Konzertveranstalter treffen. Die Manchester Arena fasst maximal 21.000 Menschen. Sie ist nach Angaben des Betreibers Europas größte Veranstaltungshalle. Sie steht unmittelbar neben dem zweiten Hauptbahnhof der Stadt, der Victoria Station. Der Bahnhof wurde wegen der andauernden Ermittlungsarbeiten geschlossen und wird dies vorerst noch bleiben.

Eine KPMG-Studie hat herausgearbeitet, dass auf dem Markt existierende Anti-Terror-Policen nur die durch Anschläge direkt betroffenen Sachschäden decken. Laut der Unternehmensberatung betrugen die globalen Terrorkosten im Jahr 2015 etwa 32 Mrd. US-Dollar, die indirekten Kosten durch Betriebsausfälle fielen deutlich höher aus.

Stand Ariane Grande auf der IS-Liste?

Inzwischen hat Ariana Grande laut US-Medien alle weiteren Konzerte ihrer “Dangerous Woman”-Tour abgesagt, darunter fällt auch das Konzert in der Frankfurter Festhalle am 3. Juni 2017. Eine Event-Cancellation/Contingency-Deckung wird in diesem Fall greifen. Hierzulande existieren viele Spezialversicherer, die alle möglichen Risiken rund um Musiker und mögliche Konzertabsagen abdecken (siehe MÄRKTE & VERTRIEB).

Die 1993 in Florida als Kind italienischer Immigranten geborene Grande startete ihre Karriere als Star in TV-Serien für Jugendliche. Parallel dazu begann sie auch noch Pop-Konzerte zu geben. Sie ist die erste Musikerin, die es geschafft hat, jede Single ihrer bisherigen drei Alben in den Top Ten der amerikanischen Billboard-Charts zu platzieren. All ihre Musikvideos wurden zusammen mehr als sieben Milliarden Mal angeschaut. Grande hat mehr als 100 Millionen Follower auf Instagram. Und sie belegt Platz 17 der am meisten gefolgten Twitter-Persönlichkeiten.

2015 führte ihr leicht bekleideter Auftritt anlässlich eines Konzerts in Jakarta zu einem Skandal. Möglicherweise sehen seither muslimische Kreise in ihr ein besonders dekadentes Exemplar westlicher Unmoralität. Auf Twitter schrieb sie im vergangenen Jahr: “Der Ausdruck von Sexualität in der Kunst ist keine Einladung zu Respektlosigkeit … genau wie ein kurzer Rock keine Einladung für einen sexuellen Übergriff ist.” (dg/cpt)

Bild: Nach dem Anschlag legen Polizisten Blumen an den St. Ann’s Square in Manchester nieder. (Quelle: dpa)

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