Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Allianz: Zahlen gut – Stimmung schlecht?

20.02.2017 – baete_allianzpk2017_akEin operatives Ergebnis von 10,8 Mrd. Euro (+ 0,9 Prozent), ein Jahresüberschuss von 6,9 Mrd. Euro (plus vier Prozent), eine Solvency-II-Kapitalquote von 218 Prozent und ein Ausblick für 2017 von weiteren 10,8 Mrd. Euro (+ 500 Mio. Euro) für das operative Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr. So lauten die – einmal mehr – positiven Zahlen der Allianz SE, präsentiert am vergangenen Freitag in München.

“Delivering” hat die Allianz ihre Jahrespresskonferenz überschrieben und geliefert hat Bäte tatsächlich, positive Zahlen, eine konsistente Strategie und interessante Perspektiven. Vielleicht war dies dem ein oder anderen Manager im Hause Allianz aber zuviel des Guten und vielleicht hat ja auch deshalb jemand Zahlen und Daten zur Nutzung des firmeneigenen Business-Jets durchgestochen.

Beobachtern stellt sich hier aber auch nicht die Frage, ob der Chef mit grünem Beispiel vorangegangen ist, zum Beispiel was die Nutzung eines Elektroautos anbelangt. Interessanter ist vielmehr, wer und warum er diese Indiskretionen begangen hat. Vielleicht ist manchem das Bäte’sche Tempo zu hoch?

Mit 90 bis 95 Prozent der Führungskräfte im Top- wie im mittleren Management-Segment ist Oliver Bäte, seit 7. Mai 2015 verantwortlich für die Geschicke des Versicherungsriesen, sehr zufrieden. Da stellt sich die Frage, wie es um die restlichen fünf bis zehn Prozent bestellt ist?

Immerhin berichteten die anwesenden Journalisten von Unruhe im Unternehmen und Unzufriedenheit im Management, doch davon wollte der CEO nichts wissen. Vielmehr sorge die allgemeine gesellschaftliche Veränderung auch für Unsicherheit im Unternehmen, so Bäte und verwies dabei auf die Digitalisierung. Diese stelle auch Gewissheiten in der Führungsebene in Frage, heute ginge es eben nicht mehr um das “Herrschaftswissen”, wie sich Bäte ausdrückte, sondern ums managen.

Gleichwohl wollte Bäte von einer Re-Strukturierung nichts wissen, denn diese sei lediglich eine Re-Aktion auf Vorgänge die zu spät erkannt worden wären. Die Allianz setzt da lieber auf eine kontinuierliche Produktivitätssteigerung. Auch wenn dabei Jobs wegfielen, so verändere sich doch das Profil der neuen Stellen: “Jobs die keinen Spaß machen gehen auf die Maschine” ist sich der Manager sicher. Hier werde er aber nicht dogmatisch agieren sondern pragmatisch.

Dazu gehört wohl auch der Plan für ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm, denn “wir sind mehr wert als der Aktienkurs zeigt und deshalb investieren wir in uns selber”, erläuterte Bäte seine Strategie, gleichzeitig “suchen wir aber nicht krampfhaft nach Akquisitionen”. Das Volumen des geplanten Aktienrückkaufprogramms beträgt bis zu drei Mrd. Euro. Wie Oliver Bäte die Performance der Allianz in den einzelnen Segmenten grundsätzlich einschätzt ist seinem Eröffnungsstatement zur diesjährigen Bilanzpressekonferenz hier im Video zu entnehmen.

(vwh/ak)

Bild: Allianz-Chef Oliver Bäte bei der Präsentation des Zahlenwerkes für das Geschäftsjahr 2016 am Standort München. (Quelle: Alexander Kaspar)

- Anzeige -

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten