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Wenn auf dem Bürostuhl die Hüftprothese zerbricht

05.10.2017 – Huefte_Dirk Kruse_pixelio.deIn Aargau wollte ein kaufmännischer Angestellter (58) ein paar Dokumente erreichen und rotierte dafür auf seinem Bürostuhl. Dabei verdreht er seinen Fuß so unglücklich, dass dabei die Hüftprothese zerbricht. Er meldet den Schaden seiner Unfallversicherung, die die Zahlung ablehnt. Das letzte Wort haben die Richter. Nach einer Meldung von 20 Minuten lehnte die Zurich die Zahlung ab, weil der Unfallbegriff nicht erfüllt sei.

Das Aargauische Versicherungsgericht, eine Abteilung des Obergerichtes, das in vielen Versicherungsangelegenheiten Recht spricht, sah das anders und verurteilte den Versicherer zur Zahlung, da der Unfallbegriff erfüllt sei. Dieser zeigte sich uneinsichtig und zog vor das Bundesgericht.

Es war nicht der Tag der Zurich. Die Richter bestätigten das vorinstanzliche Urteil: Das prothesenbrechende Bürostuhlvorfall sei eine “Programmwidrigkeit einer ungeplanten Bewegungsabfolge” in einem üblichen Vorgang. Den Hinweis des Versicherers auf Materialermüdung bei der Prothese beurteilten die Richter als “fragwürdig”.

Es bleibt die Frage, warum die Zurich bei dem Fall in Berufung ging. Ein Präzedenzfall dürfte sich aus dem kuriosen Geschehen rund um Bürostuhl und Hüftprothese kaum ergeben. (vwh/mv)

Bild: Hüfte (Quelle: Dirk Kruse / PIXELIO /www.pixelio.de)

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