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“Versicherer dürfen Lasten nicht auf Vermittler abwälzen”

08.11.2017 – Michael H. Heinz BVKDie Regulierung zählt nicht gerade zu den Lieblingsthemen der Versicherer. Wenn heute führende Vertreter aus Politik und Branche zur Regulierungskonferenz des GDV zusammenkommen, geht es um eine Bilanz des europäischen Regelwerkes Solvency II. BVK-Chef Michael H. Heinz begrüßt die strengen Eigenkapitalanforderungen, sieht sie aber nicht als Freibrief, um Lasten auf den Vermittler abzuwälzen.

Mit den strengeren Eigenkapitalanforderungen an die Versicherer, die sich aus Solvency II ergeben und ins Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) übernommen wurden, werden Leistungsansprüche von Millionen von Versicherungskunden besser geschützt und die Aufsicht über die Unternehmen gestärkt, berichtet der BVK.

Unternehmen sollten ihre Kapitalmarktrisiken marktgerechter bewerten und risikoadäquate Eigenkapitalpuffer bereitstellen. “Dabei stellt sich die Frage der Solvabilität gerade in der Niedrigzinsphase und vor dem Hintergrund der derzeitigen Diskussionen über Run-off und Ausverkauf von Lebensversicherungen drängender denn je”, sagt Heinz.

Die Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen durch Solvency II dürften aber die Versicherer nicht dazu nutzen, um die dadurch entstehende Last auf ihre Versicherungsvermittler abzuwälzen. Schließlich bildeten diese die Schnittstelle zum Kunden. Laut BVK-Chef haben Versicherungsvermittler eine unersetzliche sozialpolitische Aufgabe für die angemessene Absicherung der Menschen in diesem Land.

“Die Vermittler sind zudem schon im Zuge des Lebensversicherungsreformgesetzes vor zwei Jahren genügend durch Provisionskürzungen in Vorleistung getreten. Weitere Einbußen bei ihren Vergütungen im Kontext von Solvency II wären daher vermessen.”

Deshalb fordert der BVK auch die neue Regierung auf, nach der Umsetzung der IDD keine neue Regulierung vorzunehmen, damit Versicherungsvermittler ihren sozialpolitischen Auftrag auch in Zukunft erfüllen können. Ziel solle es sein, die bestehenden Regulierungen zu evaluieren und gegebenenfalls zu entbürokratisieren. Wo ein Nutzen im Sinne des Verbraucherschutzes nicht erkennbar ist und Wettbewerb erschwert wird, sollten sie auch wieder auf den Prüfstand kommen.

“Verbraucherschutz sollte unserer Ansicht nach hingegen zukünftig im Internetvertrieb besonders groß geschrieben werden, gerade vor dem Megatrend der Digitalisierung. Hier sollten sich die Versicherer nicht weiter gleicher Wettbewerbsbedingungen versperren und mit uns zusammen am gleichen Strang ziehen. Sie sollten dabei insbesondere ihre Zusammenarbeit mit Vergleichsportalen überprüfen, die den GDV-Vertriebskodex verletzen, beispielsweise indem sie ihre Kunden nicht bedarfsgerecht beraten und informieren”, sagt Heinz.

Bild: Michael H. Heinz Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) (Quelle: BVK)

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