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Vermittlern vergeht die Lust am Beraten

12.10.2017 – Vermittler_Petra Bork_pixelioDie Zahl der Registrierungen im Versicherungsvermittlerregister war auch im dritten Quartal des laufenden Jahres weiter rückläufig. Auffällig ist an den neuen Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist zudem, dass auch der Anteil der auf Honorarbasis arbeitenden Versicherungsberater leicht gesunken ist.

Der DIHK bestätigte auf Anfrage, dass der Gesetzgeber bei der Umsetzung der IDD-Richtlinie mit dem neuen § 34e Gewerbeordnung (GewO) aus Unachtsamkeit die Rechtsgrundlage für die Versicherungsberater entzogen hat. Den Daten zufolge waren am 1. Oktober 2017 insgesamt 224.462 Personen im Versicherungsvermittlerregister erfasst worden. Diese Zahl vergleicht sich mit noch 225.616 Vermittlern am 1. Juli und 230.454 Vermittler im Oktober vergangenen Jahres.

Dieser Trend hält bereits seit geraumer Zeit an, wobei insbesondere gebundene Versicherungsvertreter betroffen sind. Ihre Zahl ging binnen Jahresfrist um knapp 6.000 auf noch 143.855 zurück. Die Zahl der Versicherungsmakler, die zweitstärkste Vermittlergruppe, blieb per Oktober 2017 mit 46.781 in etwa stabil. Im Juli waren 46.836 Versicherungsmakler registriert und im Oktober vergangenen Jahres waren es 46.750.

Erklärtes Ziel der von CDU/CSU und SPD derzeit noch gestellten Bundesregierung war es, die Honorarberatung zu stärken. Die Zahl der Versicherungsberater war zwar immer schon verschwindend gering, zeigte aber immer leichte Zugewinne. Im Oktober vergangenen Jahrs waren 304 Versicherungsberater registriert. Ihre Zahl wuchs per Juli 2017 auf 321 an. Per Oktober waren es aber nur noch 317 Eintragungen. Auf das “Missgeschick” des Gesetzgebers hatte zuerst die Anwaltskanzlei GPC Law hingewiesen.

Mit der Verkündung des Gesetzes zur Umsetzung der europäischen Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) am 28. Juli 2017 sei der neue § 34e GewO in Kraft gesetzt worden. Die IDD-Umsetzung trete aber erst am 23. Februar 2018 in Kraft. Bis dahin hingen die Versicherungsberater in der Schwebe, erklärte Rechtanwalt Oliver Korn von GPC Law. Solange keine neue Koalitionsregierung gebildet ist, dürfte sich auch das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) mit Entwürfen zur Änderungen an der Versicherungsvermittlerverordnung und der Ausgestaltung der Weiterbildungspflichten für Vermittler bedeckt halten. Man könne derzeit nur einseitig zuliefern, hieß es in Kreisen des DIHK. (brs)

Bildquelle: Petra Bork / PIXELIO (www.pixelio.de)

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