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US-Zugunglück: Wenn die Haftungsobergrenze nicht reicht

21.12.2017 – amtrak_seattle_dpaMindestens drei Menschen sind bei dem Zugunglück nahe der US-Hauptstadt Washington Anfang der Woche ums Leben gekommen. Etwa 100 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, viele davon schwer. Die Unglücksursache ist bislang zwar noch unklar. Erste Indizien deuten nach Auswertung des Datenschreibers darauf hin, dass der Unglückszug deutlich zu schnell gefahren sein soll. Derweil liegt die Haftungsobergrenze bei 294,3 Mio. Dollar.

Experten gehen allerdings davon aus, dass die neue Obergrenze nicht ausreichen wird, um die Schäden aus dem Unfall vollständig abzudecken. Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB sei der Zug mit einer Geschwindigkeit von 128 Stundenkilometern auf der Strecke unterwegs gewesen, als er bei seiner Jungfernfahrt nahe der Stadt DuPont südlich von Seattle entgleiste. Erlaubt ist hingegen nur eine Höchstgeschwindigkeit von 48 Stundenkilometern.

Dabei sprangen 13 der 14 Waggons sowie eine der beiden Lokomotiven aus den Gleisen. Ein Teil des Zuges stürzte dabei von einer Brücke auf eine Autobahn und traf dabei mindestens fünf Fahrzeuge. Allerdings gab es unter den Fahrzeuginsassen keine Todesopfer zu beklagen. So ist die Infrastruktur in den USA zwar vielerorts marode. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Amtrak sei die Strecke jedoch gründlich getestet worden. Neue Technologien, wonach der Zug bei einer Gefahrensituation automatisch ausgebremst wird, seien dabei noch nicht im Einsatz gewesen.

Bereits 2015 kamen bei einem weiteren Unglück eines Amtrak-Zuges bei Port Richmond acht Menschen ums Leben, weitere 200 Personen wurden dabei verletzt. Der geschätzte Schaden belief sich damals auf etwa 57,6 Mio. Euro. Im Rahmen eines Vergleiches hatte sich Amtrak jedoch mit seinen Sachversicherern auf einen Vergleich von 50,8 Mio. US-Dollar, abzüglich eines Selbstbehaltes von zehn Mio. US-Dollar, geeinigt. Zu den betroffenen Versicherern gehörten damals unter anderem AIG, Zurich und die Swiss Re. (vwh/td)

Bild: Der Unglückszug von Amtrak. (Quelle: dpa)

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