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Unternehmensinsolvenzen sind weiter rückläufig

13.12.2017 – Pleite_Insolvenz_Petra Bork_pixelio.deDie Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist in diesem Jahr weiter rückläufig. So registrierte die Unternehmensgruppe Creditreform im Jahr 2017 insgesamt 20.200 Insolvenzfälle (2016: 21.560). Dies entspricht einem Minus von 6,3 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2003 mit insgesamt 39.470 Unternehmenspleiten. Die bekanntesten Insolvenzfälle waren Air Berlin, Solarworld und Alno Küchen.

Die Schadenssumme liegen in diesem Jahr laut Creditreform bei schätzungsweise 26,6 Mrd. Euro (2016: 27,5 Mrd.). Die durchschnittliche Insolvenzsumme liegt dabei laut Auswertung bei fast einer Million Euro je Insolvenzfall. Gleichzeitig fielen insolvenzbedingt etwa 198.000 Arbeitsplätze weggefallen bzw. bedroht. Im vergangenen Jahr waren es noch 221.000. Gleichzeitig nimmt der Anteil älterer Unternehmen, die pleite gehen, jedoch zu. Demnach sind 44,2 Prozent aller insolventen Firmen mindestens zehn Jahre alt (2016: 41,3 Prozent).

Das Gros der Insolvenzen in Deutschland fiel hingegen erneut auf die kleinsten Unternehmen. Demnach hatten nach Angaben von Creditreform insgesamt 82,7 Prozent der insolventen Unternehmen maximal fünf Mitarbeiter. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 81,7 Prozent. Einen Anstieg der Insolvenzen verzeichneten die Experten von Creditreform auch bei Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. Euro. Im Mittelstand – also Unternehmen mit einem Umsatz von fünf bis 50 Mio. Euro – war die Zahl der Firmenpleiten hingegen rückläufig.

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Den größten Rückgang der Insolvenzen verzeichneten die Experten im verarbeitenden Gewerbe mit einem Minus von 13,9 Prozent auf 1.490 Fälle und im Bausektor mit einem Rückgang von 11,7 Prozent auf 3.010 Fälle. Der überwiegende Anteil der Insolvenzen fällt demnach auf den Handel oder dem Dienstleistungsgewerbe mit einem Anteil von 77,8 Prozent (2016: 76,1 Prozent).

Trendwende im Jahr 2018

Allerdings dürfte der positive Trend im kommenden Jahr jedoch ein vorläufiges Ende finden. Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel unter 3.514.796 Unternehmen in Deutschland weist ein Anteil von 8,9 Prozent (311.723 Firmen) eine schwache Bonität und damit ein hohes Zahlungsausfallrisiko auf. Damit sei die Anzahl der finanzschwachen Unternehmen erhöhte laut Studie im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent gestiegen. “Trotz der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmen stieg die Zahl der Firmen mit einem hohen Zahlungsausfallrisiko”, kommentiert Geschäftsführerin Ingrid Riehl die aktuellen Zahlen.

Die meisten finanzschwachen Unternehmen gibt es nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei demnach in Nordrhein-Westfalen (72.045), Bayern (39.745) und Baden-Württemberg (32.980). Die höchste Insolvenzgefahr besteht demnach – gemessen an der Unternehmensdichte – in Sachsen-Anhalt mit einem Anteil von 12,6 Prozent, gefolgt von Sachsen (12,2 Prozent), Berlin (10,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (10,2 Prozent), und Mecklenburg-Vorpommern (10,1 Prozent). Der geringste Insolvenzrisiko besteht hingegen in Bayern mit einem Anteil von 6,7 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg (7,4 Prozent) und Hessen (8,0 Prozent). Der Bundesdurchschnitt liegt laut CRIF Bürgel bei 8,9 Prozent.

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Unter den 30 größten Städten Deutschlands weist nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei die Stadt Duisburg mit einem Insolvenzrisiko von 12,2 Prozent der Firmen (2.130) auf, gefolgt von Chemnitz (11,9 Prozent bzw. 3.500 Unternehmen), Braunschweig (11,3 Prozent bzw. 1.182 Unternehmen) und Leipzig (11,0 Prozent bzw. 3.467 Unternehmen). Das niedrigste Risiko weisen hingegen die Unternehmen in München (5,4 Prozent bzw. 5.411 Unternehmen), Münster (5,7 Prozent bzw. 773 Unternehmen) und Stuttgart (5,7 Prozent bzw. 1.932 Unternehmen) auf. (vwh/td)

Link: Creditreform-Analyse “Insolvenzen in Deutschland, Jahr 2017″ (PDF)

Link: CRIF Bürgel: Das Zahlungsausfallrisiko von Unternehmen in Deutschland

Bildquelle: Petra Bork / PIXELIO (www.pixelio.de)

Grafikquellen: Statista / CRIF Bürgel GmbH

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