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Unternehmen sehen Korrekturbedarf bei bAV-Reform

04.04.2017 – michael_hoppstaedter_longialDas Betriebsrentenstärkungsgesetz (BSRG) soll nach dem Willen der Politik die betriebliche Altersversorgung vor allem bei den Geringverdienern sowie in den kleinen und mittleren Unternehmen stärken. Dabei sehen viele Unternehmer laut einer Umfrage von Longial noch Verbesserungsbedarf. So zweifeln zwei Drittel der Befragten an einem positiven Effekt des Sozialpartnermodells.

Demnach sieht nur ein Drittel der befragten Unternehmen in dem Sozialpartnermodell ein geeignetes Mittel, um die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen anzukurbeln. Die große Mehrheit der befragten Unternehmen glaubt hingegen, dass den Tarifvertragsparteien schlicht und ergreifend der Zugang zur KMU fehlt (42 Prozent) oder das die betroffenen Unternehmen weiterhin die versicherungsförmigen Durchführungswege nutzen werden (25 Prozent). “Fast die Hälfte der Befragten glauben, dass von der Ausweitung lediglich die Besserverdiener profitieren”, ergänzt Michael Hoppstädter, Geschäftsführer der Longial GmbH.

Ebenfalls im Fokus der Kritik steht der Rechnungszins. “Auch wenn der Weg zum Ziel durchaus diskutiert wird, eines wird aus der Befragung überdeutlich – der steuerliche Rechnungszins muss angepasst werden”, betont Hoppstädter. Eine knappe Mehrheit der Arbeitgeber fordert eine schrittweise Umstellung auf den HGB-Zins, um den Steuerausfall beispielsweise auf einen Zeitraum von 15 Jahren zu verteilen. Immerhin 30 Prozent plädieren für eine sofortige Umstellung auf den HGB-Zins.

Gleichzeitig glauben viele Arbeitgeber, dass die Pensionsfonds am stärksten von der geplanten Reform der Betriebsrenten profitieren werden. Demnach sind 42 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass diese die neuen Zielrenten am besten abbilden können. “Die heute im Pensionsfonds vorhandenen Möglichkeiten zum Aufbau von nicht-versicherungsförmigen Versorgungsleistungen, sind schon sehr nah an dem Modell der Zielrente wie es das BRSG künftig vorsieht. Und wenn dazu noch reine Beitragszusagen möglich sind, kann der Pensionsfonds seine Vorteile vollständig ausspielen”, ergänzt Longial-Geschäftsführer Hoppstädter.

Und dennoch: “Die Mehrheit der Arbeitgeber begrüßt die Bemühungen der Bundesregierung, die Anreize für die bAV mit dem BRSG zu erhöhen. Doch zugleich fordert auch eine Mehrheit vor allem am Sozialpartnermodell eine Abkehr von zu strengen Vorgaben hinsichtlich Tarifexklusivität und Garantieverbot. Es wäre zu begrüßen, wenn diese Anregungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch berücksichtigt würden – schließlich sind es die Unternehmen, welche die Neuerungen umsetzen werden”, fordert Hoppstädter. (vwh/td)

Bild: Michael Hoppstädter, Geschäftsführer der Longial GmbH (Quelle: Longial)

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