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Unister-Betrüger muss jahrelang einsitzen

29.03.2017 – Aktenkoffer_Rainer Sturm_pixelio.deDer Prozess um den Betrug rund um den verstorbenen Unister-Gründer Thomas Wagner ist beendet. Der Finanzvermittler Wilfried S. wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. S. wurde wegen vorsätzlichen Betrugs in zwei Fällen als Mittäter schuldig gesprochen. Es endet ein Prozess, in dem Millionen in Aktenkoffern, Unmengen von Falschgeld, ein Flugzeugabsturz, eine Insolvenz und die Hanse Merkur eine Rolle spielen.

Der Reihe nach: Herr S. hat Herr Wagner und eine weitere Geschädigten Millionenkredite gegen eine Vorauszahlung in Aussicht gestellt, aber dann nur Falschgeld geliefert. Wagner soll in Venedig 1,5 Mio. gezahlt haben und dafür 15 Mio. Euro erwartet haben. Bekommen hat er allerdings eine Schicht Schweizer Franken und ansonsten Falschgeld. Beim zweiten Betrugsfall sollen S. und seine Komplizen ähnlich vorgegangen sein.

Nach der Übergabe stürzte das Flugzeug von Wagner in Slowenien ab, das Unternehmen Unister meldete im Anschluss daran Insolvenz an – und hier kommt die Hanse Merkur ins Spiel: Diese hatte nämlich in großem Stil in Unister investiert, obwohl sie bereits wusste, dass Unister vor einer Insolvenz stehe, so die Vorwürfe.

Einen Teil der Gelder soll Unister bereits an die Hanse Merkur zurückgezahlt haben, und genau das ist das Problem. Der Insolvenzverwalter, Lucas Flöther, könnte diese Gelder zurückfordern. Aussicht auf Erfolg habe eine Rückforderung insbesondere dann, wenn die Insolvenz absehbar gewesen sei, erklären Experten.

Es bleibt also spannend in diesem verzwickten Fall, denn neben der möglichen Rückforderung ist auch die Ursache des Absturzes noch nicht geklärt, einige Quellen sprechen von Manipulation am Flugzeug, andere von Wettereinwirkungen. Viele offene Fragen bleiben. (vwh/mv)

Bild: Symbolbild des Übergabekoffers (Quelle: Rainer Sturm / PIXELIO / www.pixelio.de)

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