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Unfallkasse registriert mehr Arbeitsunfälle

27.06.2017 – arbeiter_fotolia_industrieblickIm vergangenen Jahr ist die Zahl der Arbeitsunfälle nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) um 1,3 Prozent auf 877.071 Fälle gestiegen. Da allerdings auch die Zahl der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden gestiegen ist, sank die Arbeitsunfallquote hingegen leicht um 0,4 Prozent auf 21,89 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter.

Darüber hinaus starben in 2016 insgesamt 424 Menschen infolge eines Arbeitsunfalls, das sind 46 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle ist 2016 hingegen um 3,8 Prozent auf 186.070 gestiegen. 311 endeten tödlich, das sind 37 weniger als im Vorjahr. Dies geht aus der Jahresbilanz der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor.

Gesunken ist laut Spitzenverband auch die Zahl der Schulunfälle leicht um 0,3 Prozent auf 1.241.139 gesunken. Auf dem Schulweg stieg die Zahl der Unfälle hingegen um 0,9 Prozent auf 111.216. Insgesamt 41 Schülerinnen und Schüler kamen in einer Bildungseinrichtung oder auf dem Weg dorthin ums Leben. Dies entspreche einem Rückgang von 20 gegenüber 2015.

“Eine besonders gute Nachricht ist, dass im vergangenen Jahr so wenig Menschen bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin starben wie nie zuvor”, betonte Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV: “Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat weist in seiner neuen Kampagne darauf hin, dass im Schnitt 113 Menschen von einem Unfalltod betroffen sind. Unsere Zahlen bestätigen uns deshalb darin, die Vision Zero weiter zu verfolgen. Unser Ziel ist: keine tödlichen und schweren Unfälle mehr.”

Deutlich mehr Berufskrankheiten

Zudem gingen 2016 beim DGUV insgesamt 75.491 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit (-1,9 Prozent) ein. Allerdings haben die Unfallversicherungsträger nach eigenen Angaben jedoch über das Jahr mehr Fälle bearbeitet als Anzeigen eingegangen sind: Insgesamt seien demnach im letzten Jahr 80.029 Feststellungsverfahren abgeschlossen worden, 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr. In 40.056 Fällen bestätigte sich der Verdacht auf eine Berufskrankheit. Dies entspricht einem Plus von 7,8 Prozent gegenüber 2015.

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Außerdem wurde in 5.365 Fällen wurde eine neue Rente bewilligt (+6,3 Prozent). In 20.539 aller Fälle erkannten die Unfallträger eine Berufskrankheit an. Das entspricht einem deutlichen Anstieg von 22,2 Prozent gegenüber 2015. Zudem starben 2016 laut DGUV 2.451 Menschen infolge einer Berufskrankheit. Einen wesentlichen Anteil an der Zunahme haben die Erkrankungen an weißem Hautkrebs, der seit 1. Januar 2015 als Berufskrankheit anerkannt wird. Die Hauptursache waren Erkrankungen durch anorganische Stäube, insbesondere Asbest.

“Vielen Menschen, die draußen arbeiten, ist aber immer noch nicht bewusst, dass Sonnenstrahlen auch Krebs verursachen können. Man sieht im Sommer noch zu häufig Arbeiter ohne Kopfschutz und mit freiem Oberkörper. Unsere Aufgabe ist es deshalb, aufzuklären und Unternehmer wie Beschäftigte für verschiedene Methoden des Sonnenschutzes zu sensibilisieren”, betont Breuer.

Unfallkassen verzeichnen stabile Beiträge

Nach Angaben der DGUV stieg das Umlagesoll der Berufsgenossenschaften in 2016 um 3,1 Prozent auf 11,247 Mrd. Euro, das der Unfallkassen der öffentlichen Hand um 3,8 Prozent auf 1,482 Mrd. Euro. Trotzdem sei der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften nochmals um 1,3 Prozent gesunken, heißt es beim Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherer weiter. Die Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mussten laut DGUV 2016 im Durchschnitt nur 1,18 Prozent der beitragspflichtigen Entgelte für die Versicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zahlen. (vwh/td)

Bildquelle: Fotolia

Grafikquelle: obs/Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

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