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Solvency II: Finanzaufsicht sieht Versicherer im Soll

02.05.2017 – frank_grund_uskDie Finanzaufsicht macht sich nach den Worten von Bafin-Exekutivdirektor Frank Grund derzeit keine Sorgen um die Kapitalfähigkeit der deutschen Versicherer. “Nach unserer jetzigen Einschätzung wird kein Unternehmen unter dem Sollkapitalbedarf liegen”, sagte er gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Bis 20. Mai müssen die 350 Versicherer im Detail über ihre Kapitalsituation informieren.

Dennoch warnte Grund davor, nur auf die Solvenzquote zu schauen: “Die bloße Quote ist ungeeignet als Vergleichsinstrument und kein Kriterium für eine schnelle Kaufentscheidung.” Hintergrund sind unterschiedliche Berechnungsmodelle. “Ich warne daher davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen”.

Nach Ansicht von Guido Bader, Vorstand und Aktuar der Stuttgarter Lebensversicherung, werde das Thema jedenfalls “eine hohe Präsenz haben und viel diskutiert werden. Am ehesten erwarte ich Reaktionen in Bezug auf die Lebensversicherer, weil auf die Finanzstärke der Häuser abgehoben wird”, betonte am Wochenende in einem Interview mit der Börsen-Zeitung.

“Unterm Strich werden wir aber wohl relativ gute Quoten sehen, zumindest unter Einbeziehung der Übergangsmaßnahmen.
Man muss sich die Quoten jedoch, bevor man sie jetzt überinterpretiert, erst einmal ein paar Jahre angucken, wie sie sich entwickeln”, ergänzt der neugewählte stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV).

Mit Inkrafttreten von Solvency II zum 1. Januar 2016 müssen die europäischen Versicherer über so viel Kapital verfügen, dass sie selbst extreme Ereignisse verkraften können, die im Mittel nur alle 200 Jahre zu erwarten sind. Dazu zählen unter anderem auch Großschäden durch verheerende Naturkatastrophen oder extreme Turbulenzen an Aktien- und Anleihemärkten (vwh/td)

Bild: Frank Grund (Quelle: usk)

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