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Schotten setzen auf die EU, Prudential auf Asien

15.03.2017 – Grossbritannien Flagge London by_Andrea Damm_pixelio.deNeun Monate nach dem Brexit-Referendum macht das britische Unter- und Oberhaus mit der Verabschiedung des Brexit-Gesetzes den Weg für die Verhandlungen mit der EU frei. Premierministerin Theresa May darf offiziell den EU-Austritt verkünden. Doch damit will Schottland nicht zu tun haben und bald über seine Unabhängigkeit abstimmen lassen. Derweil zeigt der britische Lebensversicherer Prudential mit einem Rekordgewinn, dass er nicht auf den EU-Binnenmarkt angewiesen ist.

Prudential hat 2016 von starken Zuwächsen seines Asien-Geschäfts profitiert. Der operative Gewinn legte aber auch dank der Schwäche der britischen Währung nach dem Brexit-Referendum um sieben Prozent auf 4,26 Mrd. Pfund (4,9 Mrd. Euro) zu. Damit lag das Ergebnis auf Rekordniveau und über den Schätzungen von Analysten. Der Konzern ist neben dem Heimatmarkt vor allem in Asien und den USA vertreten. In Asien lief es dabei am besten: Hier kletterte der Betriebsgewinn um 15 Prozent.

Prudential kündigte an, in der Vermögensverwaltung noch mehr Fonds nach Dublin oder Luxemburg umzusiedeln, weil Vermögensverwalter den Zugang zum EU-Binnenmarkt benötigen, um Investmentfonds an europäische Kunden verkaufen zu können. Bereits diese Woche wird erwartet, dass Premierministerin Theresa May den Austritt Großbritanniens nach Artikel 50 des EU-Vertrags erklärt. Die Mitglieder des Oberhauses hatten den Brexit-Gesetzentwurf in den vergangenen Wochen noch ergänzt. So forderten sie eine Bleibegarantie für EU-Bürger, die in Großbritannien leben, und ein Vetorecht für das Parlament am Ende der Brexit-Verhandlungen mit der EU, berichtete VWheute. Beide Ergänzungen wurden im Unterhaus überstimmt und die Lords mussten schließlich den ursprünglichen Gesetzentwurf der Regierung hinnehmen.

Sobald der Austrittsgesuch in Brüssel eintrifft, zurrt die Rest-EU in drei Schritten ihre Verhandlungslinie fest: Ein Sondergipfel der 27 Staats- und Regierungschefs beschließt drei bis fünf Wochen später Leitlinien. Auf dieser Basis schlägt die EU-Kommission den Start der Verhandlungen und ein Mandat vor und lässt es vom Rat bestätigen. Im Laufe des für zwei Jahre vorgesehenen Verhandlungsprozesses könnte jedoch das Königreich zerfallen. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sagte, sie werde vom Regionalparlament in der kommenden Woche die Vollmacht einholen, sich mit der britischen Regierung über die Abhaltung der Volksabstimmung zu verständigen. Als Zeitpunkt für das schottische Referendum nannte Sturgeon in Edinburgh einen Termin zwischen Ende 2018 und Anfang 2019.

Beim EU-Referendum im vergangenen Juni hatten sich 62 Prozent der Schotten für einen Verbleib in der EU ausgesprochen. Sie wurden von einer Mehrheit in England und Wales überstimmt. Fraglich ist, ob die britische Regierung in ein zweites Unabhängigkeitsreferendum in Schottland einwilligen wird. Die Entscheidung darüber liegt beim Parlament in Westminster. (vwh/dg)

Bild: Andrea Damm / PIXELIO www.pixelio.de

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