Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Schadenersatz bei misslungener Haarfärbung

02.08.2017 – frisur_pixelioJuristen müssen sich in Gerichtsverhandlungen oftmals ausgiebiger Haarspaltereien bedienen, um am Ende das mutmaßlich richtige Haar in der Suppe zu finden. Mit einem besonders haarigen Fall hat es hingegen nun das Landgericht Köln zu tun. So könnte eine misslungene Haarfärbung ein Kölner Haarstudio teuer zu stehen kommen. Die zuständigen Richter haben der Schadenersatzklage eines entsprechend unzufriedenen Models stattgegeben.

Im konkreten Fall hatte sich die Dame im November 2015 nach zwei Beratungsterminen in entsprechendem Friseursalon die Haare färben lassen. Dazu brachte sie überdies noch Haare mit, welche in der gleichen Tönung gefärbt werden sollte. Besonders haarig an der ganzen Geschichte: Die gewünschte Haarfarbe “Braun-Gold” blieb schlichtweg aus. Stattdessen wiesen die Haare einen deutlichen Rotstich auf. Zwei entsprechende Rettungsversuche der Haarstylisten am selbigen wie am folgenden Tage blieben jedoch aus.

Daraufhin geriet die betroffene Dame mit der Inhaberin des Haartempels vor dem Kölner Landgericht in die Haare. Dabei sollte diese ihre sämtlichen Schäden ersetzen, welche ihr durch die misslungene Haarfärbung entstanden waren und noch entstehen werden. Das Argument: Die Haare seien durch die misslungene Haarfärbungsprozedur dauerhaft geschädigt und auch nicht mehr in der Lage, eine andere Haarfarbe anzunehmen. Dadurch seien dem international tätigen Model nicht nur bereits diverse Aufträge entgangen. Vielmehr habe sie der Zustand ihrer Haare sie auch seelisch derart belastet, dass dies zu einer stressbedingten Akne geführt habe.

Im Rahmen der mündlichen Verhandlungen konnten sich die zuständigen Richter in dieser haarigen Angelegenheit schließlich selbst von dem misslungenen Ergebnis der Haarfärbung überzeugen. Haarscharf beobachtet stand für das Landgericht schließlich fest, dass der Klägerin durch die missglückte Haarfärbung ein materieller Schaden im Hinblick auf die Haarteile sowie Verdiensteinbußen bei ihrer Modeltätigkeit entstanden sind. Das Ergebnis: Die Richter gaben dem Antrag auf Schadenersatz mit Entscheidung vom 14. Juli 2017 (Az.: 4 O 381/16) statt.

Über die Höhe einer Schadensersatzzahlung musste das Landgericht allerdings laut Mitteilung (noch) nicht entscheiden. Ob und in welchem Umfang ihr tatsächlich konkret bezifferbare Schäden entstanden sind, muss die Klägerin in einem möglichen Folgeprozess gesondert nachweisen. Die Entscheidung ist zudem noch nicht rechtskräftig. Ein gutes Haar wird das Model an der Kölner Hairstylistin jedenfalls dennoch nicht mehr lassen. (vwh/td)

Bildquelle: Grossmann / PIXELIO (www.pixelio.de)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten