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Rollinger: GroKo ein fauler Kompromiss

19.12.2017 – rollinger_R und V VersicherungFast drei Monate sind mittlerweile seit der Bundestagswahl vergangen. Nach dem krachenden Scheitern der Jamaika-Sondierungen strebt Bundeskanzlerin Angela Merkel eine große Koalition mit der SPD an. Für Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V, wäre diese jedoch “nicht gut für das Land”. Es wäre eine Koalition der “Bevormundung”.

“Es besteht die Gefahr, dass man sich auf faule Kompromisse einigt und bei den Staatsausgaben sehr großzügig ist. Die auf dem Tisch liegenden Forderungen haben mich bisher nicht überzeugt. Ich befürchte auch, dass für die Kunden die Freiheit der Auswahl eingeschränkt wird, dass es also eher eine Koalition der Bevormundung wird”, konstatiert Rollinger gegenüber dem Handelsblatt.

Zu einer möglichen Wunschkoalition wollte sich der Vorstandschef des Wiesbadener Versicherers hingegen nicht äußern: “Nun, ich bin Luxemburger Staatsbürger, habe kein Wahlrecht hier und möchte deswegen auch keine konkreten Empfehlungen abgeben. Der Wähler ist der Souverän, und die Politik muss sich dann bemühen, aus dem Wahlergebnis etwas zu stricken, was das Land nach vorne bringt. Ich ersönlich rede lieber über Themen, für die ich selbst verantwortlich bin”.

Run-off: “Reputationsschaden für die Branche”

Daneben äußerte sich Rollinger naturgemäß auch zu den strategischen Zielen seines Konzerns und den aktuellen Entwicklungen in der Branche. So sieht der Konzernchef der R+V durch die Debatte um einen Verlauf von Lebenbeständen “diesen Reputationsschaden für die Branche. Es sind aber unterschiedliche Gründe in den Unternehmen dafür ausschlaggebend, dass Schwierigkeiten in der Lebensversicherung aufgetreten sind”. Zudem habe die Diskussion über einen Run-off bei der Ergo “deren Reputation keinen guten Dienst erwiesen”.

Mit Blick auf die digitalen Herausforderungen plant die R+V nach Aussage Rollingers “keinen Mitarbeiterabbau. In unserer Dreijahresplanung steht weiterhin ein Stellenzuwachs, genau wie in den letzten Jahrzehnten. Und wir wollen keine Unruhe in der Belegschaft. Die Transformation bekommen wir nur bewältigt, wenn wir den Mitarbeitern die Angst davor nehmen. Nur wer ein positives Bild von der Zukunft hat, ist kreativ.” (vwh/td)

Bild: Norbert Rollinger (Quelle: R+V)

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