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Rentenbeitrag sinkt und soll ab 2020 wieder steigen

23.11.2017 – rente_Uwe Schlick_pixelio.deDie Bundesregierung ist den gesetzlichen Vorgaben zur Festlegung der Rentenbeiträge gefolgt und hat per Verordnung eine Beitragssenkung zum 1. Januar 2018 auf 18,6 von 18,7 Prozent beschlossen. Zugleich verabschiedete das Kabinett unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Rentenversicherungsbericht, der die Entwicklung der Rahmenbedingungen bis 2031 beschreibt.

Die geschäftsführende Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Katarina Barley (SPD), erklärte in Berlin, die gesetzliche Rentenversicherung sei gut und verlässlich finanziert. Die Alterung der Gesellschaft werde aber absehbar zu einer großen Herausforderung werden. Nach den Zeitreihen der Deutschen Rentenversicherung hatte der Beitragssatz zuletzt im Jahr 1995 mit 18,6 Prozent so niedrig gelegen Zu Beginn der 90er Jahren waren die Beitragssätze bis auf 17,5 Prozent abgesenkt worden.

Zwischen 1997 und Anfang 2009 musste allerdings mit 20,3 Prozent die bislang höchsten Beiträge entrichtet werden. Für die Beitragsentwicklung ist die Entwicklung der so genannten Nachhaltigkeitsrücklage bei der Deutschen Rentenversicherung ausschlaggebend. Übersteigt diese in der Projektion die Marke von 1,5 Monatsausgaben, dann müssen die Beiträge gesenkt werden. Würde der Beitragssatz auch 2018 unverändert bei 18,7 Prozent liegen, dann wäre eine Nachhaltigkeitsrücklage von 1,61 Monatsausgaben zu erwarten. Deshalb muss der Beitrag gesenkt werden.

Reaktion auf demografische Entwicklung

Ministerin Barley verwies in ihrer Bewertung darauf, dass die gesetzliche Rente auf neue Herausforderungen eingestellt werden müsse. “Die Alterung der Gesellschaft wird absehbar zur großen Herausforderung, weil immer weniger Jüngere die Rente für immer mehr Ältere finanzieren müssen.” Die Generation der Baby-Bommer der 1960er-Jahre werden absehbar ab 2025 folgende in Rente gehen. Barleys Vorgängerin Andrea Nahles (SPD) hatte für Haltelinien beim Rentenniveau und Beitragssatz plädiert, wobei sie die Welle der Baby-Boomer mit einem Demografiezuschuss aus dem Bundeshaushalt abfedern wollte. Auch der Rentenexperte der Union, Peter Weiß (CDU), der für Mitte 2018 Rentensteigerungen knapp über drei Prozent in West und Ost in Aussicht stellte, mahnte, die demografische Entwicklung nicht aus den Augen zu verlieren. Deshalb sei es richtig, wenn – wie von CDU/CSU vorgeschlagen – eine breit aufgestellte Rentenkommission Vorschläge für die Zukunft der Rentenversicherung erarbeite. (brs)

Bildquelle: Uwe Schlick / PIXELIO (www.pixelio.de)

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