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Querner: “Anpassungsbedarf sehe ich bei den Aufsehern”

22.03.2017 – Querner_Immo_TalanxWas kommt nach einem Jahr Solvency II und welche Folgen hatte die Reform – der GDV hat zu beidem eine klare Meinung: Die Unternehmen sind gut in Solvency II gestartet und die Reform müsse erst in der Praxis wirken, bevor über Änderungen nachgedacht werden kann. VWheute hat mit Talanx-Finanzvorstand Immo Querner über die aktuellen Entwicklungen gesprochen.

VWheute: Wo steht die deutsche Versicherungsbranche ein Jahr nach dem Start von Solvency II?

Immo Querner: Solvency II ist gut gestartet. Die Versicherer müssen sich mit Solvency II theoretisch europaweit an einheitlichen Solvenzanforderungen ausrichten und diese erfüllen. Grundsätzlich haben die Versicherer die Einführungsphase genutzt, den erhöhten Solvenzanforderungen gerecht zu werden und gegebenenfalls die nun eingeläutete Phase der sich planmäßig abbauenden Übergangsmaßnahmen konsequent zu nutzen. Insgesamt lässt sich festhalten: Die Einführung von Solvency II hat das Solvenzkapital im Durchschnitt deutlich erhöht, die Risikostruktur der Versicherer hat sich verbessert.

VWheute: Wo stehen die deutschen Unternehmen im europäischen Vergleich?

Immo Querner: Im europäischen Vergleich stehen die deutschen Unternehmen recht gut da. Dieser Befund gilt insbesondere in Bezug auf Versicherungsunternehmen anderer großer Märkte. Über Details haben wir auf dem angekündigten Workshop am 21. März diskutiert.

VWheute: Wie sollte Solvency II weiterentwickelt werden?

Immo Querner: Es ist nun wichtig, dass insgesamt bei Solvency II aufsichtsinduzierte Änderungen nur mit Bedacht beschlossen werden. Jede Änderung sorgt neben erheblichen Anpassungskosten für Modell-Volatilitäten in den Solvency-II-Kennzahlen, die gerade kein Abbild realer Volatilitäten sind und insofern die interne wie externe Akzeptanz des Solvency II-Regimes sehr belasten. Anpassungsbedarf sehe ich aber bei den Aufsichtsbehörden in Europa. Sie sollten ihr Verwaltungshandeln so koordinieren, dass ein Level Playing Field im Sinne der Idee eines gemeinsamen Binnenmarktes erreicht wird.

Bild: Immo Querner (Quelle: Talanx)

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

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