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Privatpatienten machen Ärzte reich

17.01.2017 – Geld Arztrechnung Bernd Kasper_pixelio.deDie hitzige Debatte um eine mögliche Bürgerversicherung hat neue Nahrung erhalten. So kommt das Wissenschaftliche Institut der privaten Krankenversicherer (WIP) in einer neuen Studie zu dem Ergebnis, dass Privatpatienten den deutschen Ärzten und Zahnärzten allein 2014 einen Mehrumsatz von etwa 12,5 Mrd. Euro bescherten.

Laut Studie des WIP-PKV flossen allein 2014 insgesamt 32,36 Mrd. Euro in das deutsche Gesundheitswesen. Wären diese Privatpatienten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert, hätte die GKV lediglich 19,9 Mrd. Euro aufgewendet. Daraus ergibt sich laut Studie ein Mehrumsatz von 12,45 Mrd. Euro.

Im Vergleich zu 2013 stieg der Mehrumsatz nach den Berechnungen des WIP um 5,1 Prozent bzw. 610 Mio. Euro. Auf den kompletten Untersuchungszeitraum von 2006 bis 2014 errechneten die Studienautoren einen Mehrumsatz bis von 28,5 Prozent bzw. 2,76 Mrd. Euro in das deutsche Gesundheitswesen. Zudem seien die Leistungsausgaben der PKV im gleichen Zeitraum um 32,0 Prozent (GKV: 39,0 Prozent) gestiegen.

Größter Ausgabenanteil im stationären Bereich

Allein in 2014 haben die privaten Versicherer nach den Berechnungen der Wissenschaftler allein für stationäre Behandlungen insgesamt 8,8 Mrd. Euro aufgewendet. Damit war der Krankenhaussektor laut WIP mit einem Ausgabenanteil von 31,0 Prozent an allen Leistungsausgaben der größte Leistungsbereich in der PKV. Im Vergleich zum Jahr 2013 stiegen demnach Ausgaben von Privatversicherten im stationären Bereich um 6,2 Prozent.

Wären diese Privatpatienten hingegen in der GKV versichert gewesen, hätten die Ausgaben laut WIP um 0,69 Mrd. Euro (8,19 Mrd. Euro) niedriger gelegen. Zum Vergleich: die GKV wendete in 2014 Ausgaben in Höhe von 67,86 Mrd. Euro auf, was einem Anteil von Ausgabenanteil von 34,8 Prozent entsprach. Gegenüber 2013 stiegen die GKV-Ausgaben für Krankenhausbehandlungen laut Studie um 5,3 Prozent.

Ärzte und Zahnärzte profitieren am stärksten

Die größten Profiteure sind laut Studie hingegen die niedergelassenen Ärzte. Nach den Berechnungen der Studienautoren lagen die Ausgaben der Privatversicherten für ambulante ärztliche Behandlung in 2014 demnach bei 10,44 Mrd. Euro. Damit entfielen fast ein Viertel (24,8 Prozent) der gesamten Leistungsausgaben der PKV auf den amubulanten Bereich. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausgaben in diesem Sektor um 5,4 Prozent.

Wären diese Patienten hingegen in der GKV versichert, hätten die Ausgaben laut WIP lediglich bei 4,45 Mrd. Euro gelegen. Damit liegt der Mehrumsatz von Privatversicherten in diesem Leistungsbereich bei 5,99 Mrd. Euro, so das Institut. Gegenüber dem Jahr 2013 (5,62 Mrd. Euro) entsprach dies einem Plus von 6,7 Prozent. Von den Ausgaben der Privatversicherten für ambulant ärztliche Leistungen waren im Jahr 2014 57,2 Prozent Mehrumsatz, so die Studienautoren.

Zum Vergleich: die GKV-Ausgaben für ambulante ärztliche Behandlungen betrugen im Jahr 2014 insgesamt 33,43 Mrd. Euro. Damit sei der Ausgabenanteil der gesetzlichen Krankenkassen im ambulanten Sektor im Vergleich zur PKV mit 17,3 Prozent niedriger ausgefallen.

Auch die Zahnärzte und -techniker hätten nach Angaben des PKV in 2014 ohne Privatpatienten insgesamt 3,22 Mrd. Euro weniger eingenommen – statt 4,83 Mrd. nur 1,61 Mrd. Euro. Der PKV-Anteil an Zahnleistungen lag demnach bei 14 Prozent. Die GKV-Ausgaben für zahnärztliche Behandlungen betrugen im Jahr 2014 insgesamt 13,43 Mrd. Euro, was einem Anteil von 6,6 Prozent der Gesamtausgaben entspreche.

Bei den Arzneimittelausgaben lag der Mehrumsatz nach den Berechnungen des WIP in 2014 bei 0,83 Mrd. Euro. Demnach gaben die Privatversicherten insgesamt 4,85 Mrd. Euro für Arznei- und Verbandmittel (plus 4,7 Prozent gegenüber 2013) aus. Dies entspreche einem Anteil von 10,7 Prozent der gesamten Leistungsausgaben der PKV. Die Arzneimittelausgaben der GKV-Versicherten betrugen im gleichen Zeitraum insgesamt 34,37 Mrd. Euro, was einem Anteil von 17,2 Prozent der gesamten Leistungsausgaben entspreche. (vwh/td)

Bildquelle: Fotolia

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