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PKV befürchtet Mindereinnahmen für Ärzte

09.06.2017 – Geld Arztrechnung Bernd Kasper_pixelio.deDass die privaten Krankenversicherer kein Freund einer einheitlichen Bürgerversicherung sind, ist längst kein Geheimnis mehr. In einer neuen Studie hat das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) nun vorgerechnet, dass jede Arztpraxis bei einer Einführung einer solchen Versicherung rund 50.000 Euro Honorar im Jahr verlieren würde. Zahnarztpraxen würden im Schnitt fast 62.000 Euro pro Jahr verlieren.

Demnach kommt das WIP auf der Basis seiner neuesten Berechnungen zu dem Ergebnis, dass der sogenannte Mehrumsatz der Privatversicherten im Jahr 2015 bei 12,63 Mrd. Euro lag. Dies entspreche einem Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. Mehreinnahmen in Höhe von 180 Mio. Euro. Nach Angaben des WIP habe der Mehrumsatz seit 2006 demnach um fast 30 Prozent zugenommen.

So rechnet das WIP vor, dass die Ausgaben der Privatversicherten in der ambulanten ärztlichen Behandlung im Jahr 2015 bei rund 10,7 Mrd. Euro lagen. Dies entspreche einem Anstieg von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die GKV-Ausgaben betrugen laut Studie im gleichen Zeitraum insgesamt 34,89 Mrd. Euro. Dabei habe der Anteil der ambulanten ärztlichen Ausgaben der GKV in diesem Bereich bei lediglich 20,6 Prozent gelegen. Der Anteil der Privatversicherten an den Praxiseinnahmen aller niedergelassenen Ärzte würde hingegen 23,5 Prozent ausmachen.

Würden die Privatversicherten hingegen nach den GKV-Regularien abgerechnet, liegen deren Ausgaben nach den Berechnungen des WIP hingegen bei lediglich 4,64 Mrd. Euro. Damit liege der Mehrumsatz der Privatpatienten in diesem Leistungsbereich bei 6,06 Mrd. Euro. Dies entspreche einem durchschnittlichen Mehrumsatz für jeden niedergelassenen Arzt in Deutschland von rund 50.200 Euro pro Jahr.

Zu ähnlichen Zahlen kommt das WIP auch im stationären Sektor: Hier liegen die Ausgaben der Privatversicherten laut Studie bei 9,23 Mrd. Euro, einem Anstieg von 4,0 Prozent gegenüber 2014. Der Anteil an den gesamten Leistungsausgaben lag demnach bei 27,6 Prozent. Dem gegenüber stehen laut Studie GKV-Ausgaben von 70,25 Mrd. Euro, was einem Anteil von 41,5 Prozent der Gesamtausgaben entspreche. Würden alle Patienten nach GKV-Reglarien abgerechnet, hätten die Ausgaben der Privatversicherten lediglich 8,54 Mrd. Euro gelegen. Der Mehrumsatz lag laut WIP demnach in 2015 bei rund 693 Mio. Euro (plus 0,6 Prozent bzw. vier Mio. Euro gegenüber 2014).

Rund 62.000 Euro mehr für jeden Zahnarzt

Im zahnmedizinischen Bereich beziffert das WIP die Ausgaben der Privatversicherten in 2015 auf 4,92 Mrd. Euro (plus 1,8 Prozent gegenüber 2014). Die Ausgaben der gesetzlichen Kassen lagen demnach im gleichen Zeitraum bei 13,43 Mrd. Euro. Der PKV-Anteil habe demnach bei 26,8 Prozent, der Anteil der gesetzlichen Krankenkassen hingegen bei lediglich 7,8 Prozent gelegen. Allerdings sei das Ausgabenplus der GKV mit 3,1 Prozent etwas höher ausgefallen als in der PKV mit lediglich 1,8 Prozent. Den Mehrumsatz durch Privatversicherte sieht das WIP demnach bei 3,26 Mrd. Euro (2014: 3,22 Mrd.), was einem Anstieg von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Damit würde laut Berechnungen des WIP auf jeden niedergelassenen Zahnarzt in Deutschland ein Mehrumsatz durch Privatpatienten von 61.900 Euro pro Jahr entfallen.

Mehreinnahmen bei Arzneien und Heilmitteln

Für Arznei- und Verbandsmittel gaben die Privatversicherten laut WIP-Studie im Jahr 2015 insgesamt 5,11 Mrd. Euro aus. Dies entsprach einem Leistungsanstieg von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil der Privatpatienten an den Gesamtausgaben in diesem Sektor lagen demnach bei 15,3 Prozent. Dem gegenüber standen GKV-Ausgaben von 35,89 Mrd. Euro (plus 4,4 Prozent gegenüber 2014). Den Mehrumsatz durch Privatpatienten beziffert das WIP dbai auf 874 Mio. Euro (2014: 828 Mio.), was einem Plus von 5,6 Prozent entspreche.

Bei Heilmitteln lagen die Ausgaben der Privatpatienten in 2015 bei 1,67 Mrd. Euro (plus 1,0 Prozent). Der Gesamtanteil lag demnach bei 5,0 Prozent. Die GKV-Ausgaben lagen in 2015 laut Studie bei 6,1 Prozent (plus 7,2 Prozent gegenüber 2014). Der Gesamtanteil der GKV-Ausgaben in diesem Bereich liege demnach bei lediglich 3,6 Prozent. Den Mehrumsatz durch Privatversicherte berechnen auf 1,00 Mrd. Euro (2014: 1,02 Mrd.). Dies ergebe somit einen Mehrumsatz durch Privatpatienten von 15.600 Euro pro Jahr und Heilmittelerbringer. (vwh/td)

Bildquelle: Bernd Kasper / PIXELIO (www.pixelio.de)

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