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OECD sieht Nachholbedarf bei Deutschlands Renten

06.12.2017 – Rente_Rainer Sturm_pixelio.deDas deutsche Rentensystem gehört derzeit bekanntlich zu den größten Patienten der Politik. Vor allem bei den Alterseinkünften der Geschlechter und den Geringverdienern ist die Bundesrepublik in einem Vergleich der OECD jedoch Schlusslicht. Demnach sind die Niedriglöhner in Deutschland im Vergleich zu anderen Industriestaaten besonders schlecht abgesichert, kritisieren die Experten.

So erhalten Beschäftigte, die heute ins Berufsleben starten, später nur noch etwa 55 Prozent netto ihres Lohnes als staatliche Rente. Der Durchschnitt aller 35 OECD-Staaten liegt jedoch laut Studie bei 73 Prozent. Zudem werden die Altersbezüge von Geringverdienern im Unterschied zu den meisten anderen OECD-Staaten in Deutschland hingegen nicht aufgestockt. “Die enge Verbindung von Einkommen und Rentenansprüchen sowie das Fehlen von Grund- und Mindestrenten bedeuten, dass Niedrigverdiener und solche mit geringen Beitragszeiten von Altersarmut bedroht sind”, analysiert Monika Queisser, OECD-Abteilungsleiterin für Sozialpolitik.

Besonders auffällig sei laut Studie auch die große Rentenlücke zwischen Frauen und Männern. Hier nimmt Deutschland innerhalb der OECD den Spitzenplatz ein. Demnach kommen Frauen laut OECD im Durchschnitt auf gerade einmal 46 Prozent der Renten von Männern. Zum Vergleich: Die geringsten Unterschiede zwischen den Geschlechtern gebe es hingegen in Estland, Dänemark, Tschechien oder der Slowakei.

So lag das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Deutschland laut OECD im vergangenen Jahr bei 63,3 Jahren für Männer und 63,2 Jahren bei Frauen. Spitzenreiter mit dem niedrigsten Renteneintrittsalter ist demnach Frankreich mit 60,0 Jahren (Frauen: 60,3), Italien mit 62,1 Jahren (Frauen: 61,3) sowie in Großbritannien mit 64,6 Jahren (Frauen: 63,2). Am längsten wird hingegen in Südkorea gearbeitet: So beträgt das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei Männern 72,0 Jahre und bei Frauen 72,2 Jahre. (vwh/td)

Bildquelle: Rainer Sturm / PIXELIO (www.pixelio.de)

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