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Milliarden-Steuerzuschuss für die Rente

16.06.2017 – rente_Uwe Schlick_pixelio.deDie Rente gehört vor allem in Zeiten politischer Wahlkämpfe zu den Dauerbrennern – naturgemäß auch in der Versicherungsbranche. Wenn sich Verdi-Bundeschef Frank Bsirske heute zu den “Renten im Sinkflug” äußern und neue Daten zu den Rentenerwartungen in Deutschland präsentieren wird, wird es wohl auch um die Finanzierung der Altersbezüge gehen.

Aktuellen Berechnungen zufolge überweist die Bundesregierung allein in diesem Jahr insgesamt rund 91 Mrd. Euro an Steuergeldern an die gesetzliche Rentenversicherung. Dies entspreche knapp 28 Prozent des Gesamthaushaltes und sogar 66 Prozent des Etats von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Demnach setze sich dieser Betrag im wesentlichen aus zwei Zuschüssen zusammen – nämlich dem sogenannten “Bundeszuschuss an die allgemeine Rentenversicherung” sowie einer “pauschalen Abgeltung nicht beitragsgedeckter Leistungen”, sprich sogenannter versicherungsfremder Leistungen. Dabei summiere sich die Höhe dieser Zuschüsse allein in diesem Jahr auf knapp 68 Mrd. Euro, berichtet die FAZ weiter.

Davon entfielen 44 Mrd. Euro für den Hauptzuschuss und 24 Mrd. Euro für den zusätzlichen Zuschuss. Das sind zusammen drei Mrd. Euro mehr als im Jahr 2016 und sogar zwölf Mrd. Euro mehr als im Jahr 2007. Ein weiterer relevanter Posten im Bundesetat sei zudem der Zuschuss zur knappschaftlichen Rentenversicherung ehemaliger Bergleute. Dieser beläuft sich nach Angaben der FAZ allein in diesem Jahr auf rund 5,4 Mrd. Euro.

Wenig verwunderlich also, dass die Höhe der Zuschüsse auch auf scharfe Kritik stößt: “Der Renten-Etat von Frau Nahles ist schon jetzt mehr als wackelig”, wird Michael Fuchs, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Deutschen Bundestag, zitiert. “Eine Rentenreform, die den Namen wirklich verdient, muss dazu führen, dass dieser Zuschuss wieder sinkt. Alles andere wäre eine Mogelpackung, bei der die Steuerzahler am Ende die Zeche zahlen”, forderte der Unionspolitiker.

Rentner als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Der Branchenverband GDV sieht die Generation der Rentner jedenfalls als wichtigen Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Demnach wachse der private Konsum in keiner anderen Altersgruppe so stark wie bei den über 60-Jährigen. Dabei seien die Konsumausgaben der Generation Ü60 allein zwischen 1993 und 2012 um 95,3 Prozent auf 375,3 Mrd. Euro (1993: 192,2 Mrd. Euro) gestiegen. Gleichzeitig sei der gesamte Privatkonsum im gleichen Zeitraum um lediglich 47 Prozent auf 1.263,1 Mrd. Euro gestiegen, konstatiert eine aktuelle Untersuchung des Demografie-Experten Tobias Vogt vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung für den GDV.

Demnach besitze allein 17.700 Euro ein älterer Mensch über 60 Jahre für den privaten Konsum. Bei der Altersgruppe der 30- bis 60-Jährigen liege die individuelle Kaufkraft hingegen bei 17.066 Euro jährlich. Angesichts der fortschreitenden Alterung werden die Senioren Nachfrage künftig noch stärker prägen, prognostiziert der Demografie-Experte. “Gesundheitsrelevante Produkte und Dienstleistungen werden immer wichtiger”, prognostiziert Vogt. Dabei gehe es nicht mehr nur um klassische Pflegedienste, sondern auch um digitale Gesundheitskonsulationen oder die Überwachung von Patienten und deren Wohnumfeld.

Deutsche sind Bewegungsmuffel

Eine solche Gesundheitsvorsorge scheint jedenfalls wichtig zu sein, glaubt man einer aktuellen Umfrage des Lebensversicherers Canada Life Deutschland. Demnach treiben 60 Prozent der Deutschen zwischen 40 und 55 Jahren wenig bis keinen Sport. Zudem liege der wöchentliche Bewegungsmodus der Befragten dank des “inneren Schweinehundes” mehrheitlich hinter den empfohlenen Richtwerten.

Demnach befinden sich nsgesamt nur 15 Prozent der Befragten nit zwei bis drei Stunden Bewegung wöchentlich etwa im Bereich der von Gesundheitsorganisationen wie der WHO (World Health Organization) empfohlenen 150 Minuten pro Woche. Rund 17 Prozent kommen auf weniger als eine Stunde, etwa genauso viele treiben überhaupt keinen Sport.

“Es gibt noch Luft nach oben”, kommentiert Bernhard Rapp, stellvertretender Deutschlandchef der Canada Life, die aktuelle Umfrage. “Dabei sind ausreichend Bewegung und Sport wichtige Grundlagen für einen gesunden und aktiven Ruhestand. Wer frühzeitig Risikofaktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel entgegenwirkt, kann damit zum Beispiel die Gefahren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs nachweislich reduzieren”, betont der Manager des Lebensversicherers. (vwh/td)

Bildquelle: Uwe Schlick / PIXELIO (www.pixelio.de)

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