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Krankenkasse muss für Blindenhund aufkommen

19.09.2017 – Justizia_Thorben Wengert_pixelio.deKrankenkassen müssen einem Patienten unter bestimmten Bedingungen auch die Kosten für einen Blindenhund erstatten. Im vorliegenden Fall hatte das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) mit Urteil vom 29. August 2017 entschieden, dass ein Blinder mit einem Langstock nur unzureichend versorgt sein kann, wenn die Orientierung durch Schwerhörigkeit zusätzlich beeinträchtigt wird (Az.: L 16/4 KR 65/12).

Im vorliegenden Fall hatte ein 50-jähriger Mann aus dem Landkreis Osnabrück geklagt, der bis auf ein minimales einseitiges Restsehvermögen erblindet war. Zudem kam in jüngster Zeit eine Schwerhörigkeit hinzu. Um sich außerhalb seiner Wohnung orientieren zu können, nahm er zunächst die Hilfe seiner Frau in Anspruch.

Als er bei seiner Krankenkasse einen Blindenhund beantragte, verwies diese ihn zunächst auf einen Blindenlangstock einschließlich eines Mobilitätstraininsgs. Der Kläger hielt der Kasse jedoch entgegen, dass ein Blindenhund ihm eine viel bessere Hilfe bieten könne.

Die Landessozialrichter gaben der Klage des Mannes nun Recht und begründeten ihre Entscheidung damit, dass Hilfsmittel zum Behinderungsausgleich nicht nur geeignet und erforderlich, sondern auch wirtschaftlich angemessen sein müssen. Zudem betonten die Richter, dass es nicht auf die generellen Vorteile eines Blindenführhundes im Vergleich mit einem Blindenlangstock ankomme.

Es sei daher vielmehr die konkrete Versorgungsnotwendigkeit im Einzelfall zu prüfen, die nach medizinischen Gesichtspunkten zu beurteilen sei. Außerdem habe die Krankenkasse nicht überzeugend einwenden können, dass der Kläger inzwischen mit Hörgeräten versorgt wurde und Fortschritte im Mobilitätstraining erzielt hat, da dies über die Defizite nicht ausreichend hinweghelfen konnte. (vwh/td)

Link: Thorben Wengert / PIXELIO (www.pixelio.de)

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