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Kommt die säulenübergreifende Renteninformation?

29.09.2017 – dia-sprecher_klaus_morgenstern_brsDas Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) will mit eigenen Vorschlägen die Diskussionen über die Einführung einer online-basierten und säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation anstoßen. DIA-Sprecher Klaus Morgenstern, sagte in Berlin, man habe sich bei den Vorschlägen von den Erfahrungen im Ausland leiten lassen. Derzeit laufen bereits Gespräche, in die auch die Rentenversicherung eingebunden ist.

DIA-Sprecher Morgenstern sagt, man habe aus den ausländischen Vorbildern (etwa Schweden, Australien, Niederlande, Großbritannien) acht Handlungsfelder abgeleitet. Es gelte jetzt die Diskussion anzustoßen, wobei die DIA-Vorschläge kein fertiges Konzept darstellten. Der politische Konsens zum Aufbau einer säulenübergreifenden Renteninformation sei groß, sagte der Vertreter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Deshalb werde das Ministerium noch im Oktober ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag geben, das Möglichkeiten zur Umsetzung aufzeigen solle. Die große Herausforderung liege in der Datenaufbereitung. Das Gutachten soll dann im Oktober 2018 vorliegen. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (ABA), Klaus Stiefermann, warnte vor zu hohen Erwartungen an diese Renteninformation.

Man dürfe nicht glauben, dass man den Menschen vorrechnen könne, was sie netto in 30 Jahren an Altersvorsorge zu erwarten hätten. Man dürfe auch keine trügerische Sicherheit vermitteln. Zudem gebe es eine ganze Menge an Fragen zu klären, etwa wie soll die neue Zielrente in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) bewertet werden, müssen auch selbstgenutzte Immobilien mit berücksichtigt werden, wie steht es bei Prognosen in die Zukunft mit der Berücksichtigung der Inflation.

Elster als Übergangslösung

DIA-Sprecher Morgenstern verweist auf eine eigene Umfrage, nach der knapp die Hälfte der Befragten für die Umsetzung des Online-Rentenkontos plädiert. Fakt sei auch, dass zwei Drittel der Deutschen ihre künftigen Rentenansprüche nicht kennen würden. Nach den DIA-Vorschlägen soll das Online-Rentenkonto “verbindlich für die Anbieter, einfach für die Nutzer und sicher für die Daten” sein. Nach den Vorstellungen der DIA soll die Renten-Informationspflicht gesetzlich verankert werden.

In öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) soll ein Träger für die Online-Rentenplattform beauftragt werden, der den Status der Gemeinnützigkeit haben soll. Das neue Informationsmedium soll zudem schrittweise aber mit verbindlicher Fristsetzung umgesetzt werden. Um die Sicherheit zu gewährleisten, könnte das Elster-Verfahren, das derzeit zur Abgabe elektronischer Steuererklärungen genutzt wird, übergangsweise genutzt werden bis eine neue Lösung zur Verfügung steht. Eine zentrale Datenspeicherung soll es nicht geben. Die Träger der Altersversorgung sollen die Kosten übernehmen.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund wies ergänzend darauf hin, dass derzeit ja bereits Gespräche zusammen mit der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung (GVG) liefen, an denen alle Säulen der Alterssicherung beteiligt seien. Zudem informiert sie selbst ihre Versicherten bereits seit 2002 über die erworbenen und künftig zu erwartenden Rentenansprüche. Voraussetzung für eine säulenübergreifende Information sei allerdings, dass “die Prognosen der künftigen Leistungen für alle Vorsorgeprodukte vergleichbar sind”, erklärte die Rentenversicherung. Das ist der zentrale Knackpunkt, den es zu lösen gilt. (brs)

Bild: DIA-Sprecher Klaus Morgenstern (Quelle: brs)

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