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KfW fördert Klimarisikoversicherungen

12.10.2017 – Klimawandel_Kurt Michel_pixelioDie Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) wollen künftig Entwicklungs- und Schwellenländer gegen Klimarisiken absichern. Dafür haben beide den mit 15 Mio. Euro ausgestatteten “InsuResilience Solutions Fund” ins Leben gerufen. Das selbst gesetzte Ziel: Weltweit rund 400 Millionen armen Menschen einen Versicherungsschutz gegen Klimarisiken zu bieten.

Mit dem Fonds soll nach Angaben der KfW die Entwicklung von neuen und den Ausbau bestehender Klimarisikoversicherungsprodukte für vom Klimawandel betroffene Haushalte, Unternehmen und Regierungen in Entwicklungs- und Schwellenländern gefördert werden. Damit soll der ISF einen Beitrag zur Schließung der Bedarfslücke im Klimarisikoversicherungsbereich leisten, heißt es bei der KfW weiter. Dabei fördert der Fonds laut KfW Partnerschaften zwischen Entwicklern (z. B. Risikomodellierern, Rückversicherern und Brokern) bzw. Anbietern und Nutzern (z.B. lokale Versicherungsunternehmen, Hilfsorganisationen, NGOs oder Kommunen) von Klimarisikoversicherungen.

“Tropenstürme, Überschwemmungen, Dürren – gerade in Entwicklungsländern können Extremwetterereignisse Existenzen bedrohen und Entwicklungsfortschritte zunichtemachen. Im Schadensfall bieten Klimarisikoversicherungen schnelle Hilfe. Mit dem Fonds bringen wir erstmals Privatwirtschaft, Wissenschaft und Entwicklungsländer zusammen, um passgenaue Versicherungs- und Finanzierungslösungen zu entwickeln”, kommentiert Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

“Die Einbeziehung des Privatsektors ist ein wesentlicher Beitrag für die Entwicklung von innovativen und nachhaltigen Klimarisikoversicherungsprodukten und trägt dazu bei, die Bedarfslücke zu schließen”, ergänzt Joachim Nagel, Generalbevollmächtigter der KfW Bankengruppe.

In der Branche scheinen solche Lösungen zumindest recht gut anzukommen. “Eine stärkere Verbreitung von Versicherung könnte dazu beitragen, dass Menschen, Unternehmen und ganze Volkswirtschaften nach Katastrophen finanziell schneller auf die Beine kommen”, kommentiert Joachim Wenning, Vorstandsvorsitzender Munich Re. Demnach sei es “herrschende wissenschaftliche Meinung, dass es durch den Klimawandel mehr wetterbedingte Naturkatastrophen geben wird. Und die genaue Analyse unserer Schadendaten lässt vermuten, dass sich dies in einigen Regionen bereits niederschlägt, so etwa bei Schäden aus schweren Gewittern in den USA und in Europa. Sie nehmen deutlich zu, selbst wenn man den Zuwachs der exponierten Werte herausrechnet”, konstatiert der Chef des Münchener Rückversicherers in einem Topics-Beitrag.

Demnach sei es die Hauptaufgabe der Versicherer, “die finanziellen Folgen von Schadenereignissen zu mildern. Mit Blick auf die weltweiten Schadenssummen durch Naturkatastrophen ist es ein ernsthaftes Problem, dass seit 1980 weniger als ein Drittel der volkswirtschaftlichen Schäden versichert war.” “Eine stärkere Verbreitung von Versicherung könnte dazu beitragen, dass Menschen, Unternehmen und ganze Volkswirtschaften nach Katastrophen finanziell schneller auf die Beine kommen. Weltweit hat sich die Versicherungslücke in den letzten Jahren etwas verringert, sie ist aber immer noch gigantisch. Selbst in den USA oder in Europa sind die Hälfte oder noch mehr der Gesamtschäden aus Naturkatastrophen nicht versichert. Versicherung kann und will mehr Schäden abdecken und damit mehr leisten, mit den Folgen des Klimawandels besser fertig zu werden”, betont Wenning. (vwh/td)

Bildquelle: Kurt Michel / PIXELIO (www.pixelio.de)

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