Versicherungswirtschaft-heute

            Mobilsite

 

Kein Rückhalt für Bürgerversicherung bei den Ersatzkassen

31.01.2018 – elsner_vdekDie vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach in den Koalitionsverhandlungen vehement erhobenen Forderungen nach einem Einstieg in die Bürgerversicherung stößt bei den Ersatzkassen auf Unverständnis. “Die Debatte um eine Zwei-Klassen-Medizin geht an der Realität vorbei”, sagte die Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (VDEK), Ulrike Elsner, in Berlin.

Elsner verwies auf jüngste Umfrageergebnisse des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter 1.000 GKV-Versicherte. Danach äußerten sich 85 Prozent der Befragten über ihre medizinische Versorgung sehr zufrieden oder eher zufrieden. Nur 14 Prozent zeigten sich eher unzufrieden oder sehr unzufrieden. Diese Erkenntnis sei wichtig zur Beurteilung der von Lauterbach angeführte aktuelle Debatte um die Zwei-Klassen Medizin.

“Von einer systematischen Schlechterbehandlung von GKV-Patienten, wie von Professor Lauterbach behauptet, kann unseres Erachtens überhaupt nicht die Rede sein”, sagte Elsner. Verbesserungsbedarf für GKV-Versicherte sehen die Ersatzkassen aber bei der Terminvergabe beim Facharzt. Hier müsse bei den kassenärztlichen Vereinigungen nachjustiert werden. Auf den Prüfstand gehört danach auch die Vorschrift, dass Vollzeit tätige Ärzte nur 20 Stunden Sprechzeit pro Woche anzubieten haben.

Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) erklärte auf Anfrage, die Ergebnisse der VDEK-Umfrage deckten sich weitgehend mit den Erfahrungen der eigenen jährlichen Allensbach-Umfrage. “Seit Jahren verzeichnen wir in der deutschen Bevölkerung eine hohe Zufriedenheit mit dem deutschen Gesundheitssystem”, sagte Verbandssprecher Stefan Reker. Nach der jüngsten Umfrage aus dem Frühjahr 2017 sind über 90 Prozent der Menschen mit ihrer medizinischen Versorgung zufrieden oder sehr zufrieden.

Ersatzkassen wollen in der Pflege Solidarbeitrag von der PKV

Im Verhältnis zur privaten Krankenversicherung (PKV) fordern die Ersatzkasse einen Solidarbeitrag der privaten Pflegeversicherung (PPV), da hier das Pflegerisiko viel geringer sei. Auf den anderen Seiten seien für GKV- und PKV-Versicherte die Leistungsvoraussetzungen und -ansprüche identisch. Die Leistungsausgaben pro Versicherten fielen bis zu 74 Prozent niedriger aus als in der sozialen Pflegeversicherung (SPV).

Nach Angaben des PKV-Verbands leisten schon heute Privatversicherte Finanzierungsbeiträge zu Gunsten der SPV. Wer nämlich von der SPV in die PPV wechsele, habe sich dort viele Jahre lang bereits erheblich an der Finanzierung der Pflegefälle in der Umlage beteiligt, nimmt aber selbst niemals Leistungen aus der SPV in Anspruch. Und mit den generationengerechten Alterungsrückstellungen stützen Privatversicherte schon heute die Pflegeversorgung einer alternden Gesellschaft. (brs)

Bild: Ulrike Elsner (Quelle: VDEK)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten