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Kaum Kunstfehler in deutschen Krankenhäusern

12.04.2017 – Krankenhaus_by-sassi_pixelioDie Zahl der Behandlungsfehler in deutschen Krankenhäusern ist weiterhin sehr gering. Wie eine Langzeitstudie der Ecclesia von 1998 bis 2014 ergab, wurden bei etwa 330 Millionen Behandlungen insgesamt 116.000 Entschädigungen registriert. Dies entspreche einer Quote von 0,36 Prozent. Auch die Zahl der tödlichen Behandlungsfehler sei mit durchschnittlich 955 pro Jahr vergleichsweise gering.

“Auffällig ist, dass gerade in der Geburtshilfe die Zahl der Ansprüche und noch deutlicher die Zahl der berechtigten Ansprüche zurückgeht”, ergänzt Manfred Klocke, Hauptgeschäftsführer der Ecclesia Gruppe. Demnach seien 70 Prozent aller Entschädigungsfälle zwischen den geschädigten Patienten und dem Versicherer außergerichtlich vereinbart worden.

Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), ergänzt: “Wir haben ein Qualitätssicherungssystem im Krankenhaus, das international und im Übrigen auch national seinesgleichen sucht. Aber Qualität gibt es nicht umsonst, ausreichendes und gutes Personal kostet. Und Qualität braucht Investitionen. Die unzureichende Investitionsmittelbereitstellung durch die Länder ist inzwischen ein zentrales Problem bei der Weiterentwicklung der Qualitätssicherung.”

Damit bestätigt die Ecclesia indirekt auch die Zahlen der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer. Demnach kamen die Experten jüngst zu dem Ergebnis, dass die Gesamtzahl der ambulanten Behandlungsfälle in Klinik und Praxis zwischen 2004 und 2015 zwar um 160 Millionen auf mittlerweile 696 Millionen gestiegen ist.

Gleichzeitig habe die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen im Jahr 2016 bundesweit insgesamt 7.639 Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern getroffen (Vorjahr 7.215) hätten. In 2.245 Fällen (Vorjahr: 2.132) lag ein Behandlungsfehler vor. Davon wurde in 1.845 Fällen der Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründet. Die häufigsten Diagnosen, die zu Fehlervorwürfen führten, waren Knie- und Hüftgelenkarthrosen sowie Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen. (vwh/td)

Bildquelle: sassi / PIXELIO / (www.pixelio.de)

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