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Kapitalanforderungen: Eiopa zieht die Zügel an

07.04.2017 – gabriel_bernadino_eiopaAb dem Jahr 2018 müssen Erst- und Rückversicherer in Europa mit einem geringeren langfristigen Zinssatz kalkulieren. Das verlangt die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa. Das strengere Reglement betrifft die Berechnung der Kapitalanforderungen. Die Versicherer müssen so mehr Eigenmittel für Lebens- und Rentenversicherungen zurücklegen. Die Branche reagiert verschnupft.

Die Aufsichtsbehörde ist der Ansicht, dass durch die Anpassung die Solvabilitätsquote kaum sinke und die Auswirkungen gering ausfallen werden. Das habe ein Praxistest gezeigt, wie das Handelsblatt meldet. GDV-Geschäftsführer Axel Wehling kritisiert den Vorschlag: “Für diese Kurzatmigkeit besteht keinerlei Veranlassung.” Auch eine Aufsichtsbehörde dürfe sich nicht über die Ergebnisse einer politischen Einigung hinwegsetzen. Eiopa-Chef Gabriel Bernardino sieht das erwartbar anders. Für ihn schaffe die neue Regel eine Balance, die plötzliche Anpassungen obsolet mache und den Unternehmen die Möglichkeit gebe, sich an ein anderes Zinsumfeld anzupassen.

Wehlings Einwand bezieht sich auf eine Regelung der Europäische Union, die im Jahr 2015 eine “Ultimate Forward Rate” (UFR) als langfristigen risikofreien Zinssatz von 4,2 Prozent festlegte, als Solvency II ins Werk gesetzt wurde. Eiopa argumentiert, dass sich die Zinserwartungen geändert hätten und nun ein Abzinungsfaktor von 3,65 Prozent angemessen wäre. Für das Jahr 2018 wollen die EU-Aufseher die UFR bei 4,05 Prozent ansiedeln, um die Änderungen nicht zu groß ausfallen zu lassen. (vwh/mv)

Bild: Gabriel Bernadino (Quelle: Eiopa)

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