Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Jamaika überschattet DKM

26.10.2017 – dkm2017_tdSind es tatsächlich mehr als 8.600 Kilometer bis Jamaika oder liegt dies tatsächlich mitten im Berliner Politbezirk? Die politischen Richtungsentscheidungen der Berliner Politik und aktuellen Sondierungsgespräche zwischen Union, Grünen und den wiederauferstandenen Liberalen bestimmen derzeit auch das Geschehen auf der diesjährigen DKM.

So verwundert es nicht, dass bei der diesjährigen Leitmesse der Branche in Dortmund das Interesse der Besucher an den aktuellen Politgesprächen von besonderem Interesse war. Im Mittelpunkt daher naturgemäß das Streitgespräch zwischen dem wiederauferstandenen liberalen Politmessias Christian Lindner, wie er mit dem ehemaligen SPD-Granden und Elder Statesman Peer Steinbrück.

Dabei genossen beide sichtlich die ihnen vorgebenen Rollen und nutzen die Bühne der DKM zu einem kritischen Galopp durch die aktuellen Streitthemen der Politprominenz – sei es Geldpolitik der EZB, die steuerpolitischen Streitpunkte Vermögenssteuer oder Erbschaftssteuer bis hin zu Prognose über den Ausgang der Sondierungsgespräche in Berlin.

Bestandsaufnahme der politischen Herausforderungen

Auch wenn das politische Streitgespräch zwischen beiden Kontrahenten zeitweise die inhaltliche Tiefe vermissen ließ – die pistolenartige Abfolge der rhetorischen Perlen beider Politkontrahenten machte die fehlende inhaltliche Tiefe des vermeintlich politischen Streitgesprächs mehr als wett. Daher glich die Debatte auch eher einer aktuellen Bestandsaufnahme beider Diskutanten über den derzeitigen Status Quo der deutschen und europäischen Politik.

Wie schwierig die Sondierungsverhandlungen sind, zeigt sich derzeit am Beispiel Mütterrente: So glaube die CSU noch immer, dass dieser noch weitgehend ohne Zuzug von außen zu regeln sei. Das rechnerische Problem: “Jede Frau in Deutschland müsste demnach im Schnitt sieben Kinder zur Welt kommen, um dem demografischen Wandel erfolgreich zu begegnen. Dies schafft allenfalls Ursula von der Leyen.”

Ist Jamaika alternativlos?

Dennoch scheint der Weg nach Jamaika politisch derzeit jedenfalls “alternativlos” zu sein, sah Steinbrück in der Oppositionsrolle der SPD den einzigen Weg für einen inhaltlichen und personellen Neuanfang, getreu der Devise: “Wem das Wasser bis zur Unterlippe steht, sollte den Kopf lieber oben lassen”. Ob die beiden hinter verborgenen Kulissen auch potenzielle Kavallerieattacken für die kommenden vier Jahre festmachten, ist hingegen nicht bekannt.

Die aktuelle Vorstellung auf der Berliner Politbühne wird jedenfalls auch in der Branche selbst mit großem Interesse und Spannung verfolgt. Egal, ob Rente, die momentane Krise der Lebensversicherung oder die Zukunft der Krankenversicherung – die Branchenheads verfolgen die Entwicklung mit Spannung und ausgeprägtem Interesse, ohne jedoch die bevorstehenden Neuerungen wie IDD und Betriebsrentenstärkungsgesetz aus dem Blick zu verlieren.

Über allem schwebt auch weiterhin das Damoklesschwert der Digitalisierung. So war die DKM in diesem Jahr mehr denn je von der Frage geprägt, die richtige Mischung zu finden – im Sinne der Versicherer und der Versicherten. So verwundert es mittlerweile auch nicht mehr, dass die jungen Finanz- und Versicherungsstart-ups auf der DKM längst ihren Platz inmitten der etablierten Player der Branche gefunden haben.

Buhlen um die Ideen der Zukunft

Längst ist aus dem Gegeneinander und Miteinander geworben im Buhlen um die innovativsten Zukunftsideen. So hat eine Abwandlung der TV-Show “Höhle der Löwen” im Rahmen des Technologieparks Insurtech einen Platz gefunden. Ein weiteres Novum: erstmals wurden auf der diesjährigen DKM auch die besten und innovativsten Versicherungsblogs ausgezeichnet.

Klare Führung und eine nachhaltige Strategie sind in diesen Zeiten jedenfalls mehr gefragt denn je – denn von König Fußball lernen, heißt bekanntlich siegen lernen. Wie stark die Symbiose zwischen Branche und Fußballsport ist, sollte die Partnerschaft zwischen der WWK und dem FC Augsburg belegen. So machte FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter deutlich: “Entscheidungen im Fußball darf man nicht zu emotional treffen”. Inwieweit die versammelten Branchenheads von Fußballexperten lernen, wird jedoch die Zeit erweisen. (td)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten