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IW kritisiert teure Rentenversprechen

15.03.2017 – Rente_BankenverbandAls die derzeitige Große Koalition aus Union und SPD 2014 ihre Arbeit aufnahm, zählten rentenpolitische Reformen wie die Mütterrente oder Rente mit 63 zu den herausragenden Meilensteinen. Unumstritten waren die Reformvorhaben jedoch nie. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat nun in einer Modellrechnung die Kosten für die Rentenreform aufgemacht. Das Ergebnis: Eine Mehrbelastung in Höhe eines dreistelligen Milliardenbetrages.

So gehen die Ökonomen auf der Basis der volkswirtschaftlichen Indikatoren des aktuellen Rentenversicherungsberichtes davon aus, dass allein “die jährlichen Aufwendungen für die zusätzliche Mütterrente bis 2020 auf 7,7 Mrd. Euro, bis 2025 auf auf 8,4 Mrd. Euro und bis 2030 auf 8,7 Mrd. Euro” steigen werden. Demnach würden sich die zusätzlichen Ausgaben für die Mütterrente zwischen 2018 und 2030 “auf geschätzt gut 106 Mrd. Euro” belaufen, zitiert das Handelsblatt aus dem Gutachten.

Die Kosten für die Rente mit 63 kann das IW laut Bericht jedoch nicht genau beziffern. Allerdings gehen die Wirtschaftsexperten davon aus, dass allein zwischen 2014 und 2017 rund 925.400 Menschen von der Möglichkeit einer abschlagsfreien Rente jenseits der 63 Gebrauch machen werden. Dabei rechnet das IW vor, dass allein die Gewährung der Abschlagsfreiheit den Steuerzahler in diesen vier Jahren rund 2,5 Mrd. Euro kosten würde – davon allein 1,2 Mrd. im Wahljahr 2017.

“Bedenkt man, dass bei einem ungebremsten Rentenzugang in den nächsten Jahren für jeden Jahrgang weitere Kosten hinzukommen, ehe die ersten langjährigen Versicherten wieder aus dem Rentenstand ausscheidem, erscheint die ursprüngliche Annahme der Bundesregierung von jährlichen Belastungen von knapp zwei Jahren pro Jahr sehr optimistisch”, wird IW-Rentenexperte Jochen Pimpertz zitiert. (vwh/td)

Bildquelle: Bankenverband

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