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IFRS 17 kostet Allianz dreistelligen Millionenbetrag

24.08.2017 – indexDie Umstellung auf den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 17 kann die Allianz teuer zu stehen kommen. “IFRS 17 erfordert Investitionen in IT und Prozesse, wir rechnen mit einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag”, betont Roman Sauer, Head of Group Accounting and Reporting der Allianz SE, gegenüber dem Finanzmagazin Finance.

So enthalte das Budget nach Angaben des Allianz-Managers auch die Umstellungskosten für den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 9, auf den die Allianz ebenfalls umstellen müsse. Den Mammutanteil werde allerdings IFRS 17 ausmachen. Unterstützt wird der Versicherer bei der Umstellung auch durch seinen künftigen Bilanzprüfer PwC.

Zwar soll die Kooperation erst ab 2018 beginnen. Dennoch sei ein Team von PwC bereits jetzt bei der Allianz vor Ort, um sich in die Geschäftszahlen des Konzerns einzuarbeiten. “Auch wenn es durch zahlreiche Konsultationen noch zu finalen Änderungen gekommen ist, war es wichtig, sich mit den Grundprinzipien und der potentiellen Auswirkung auf Prozesse und IT-Systeme frühzeitig auseinanderzusetzen”, kommentiert Julia Unkel, Partnerin im Bereich Assurance bei PwC und verantwortlich für IFRS-Services bei Versicherungen.

So plant die Allianz für 2019 einen ersten Testlauf, im Jahr 2020 will der Münchener Versicherer dann laut Bericht intern Vergleichszahlen zur alten Bilanzierung präsentieren sowie einen Parallelbetrieb starten. Bis 2021 soll die Umstellung dann vorschriftsgemäß umgestellt werden. “Es mag so wirken, als wären wir schon sehr früh dran. Aber man darf nicht vergessen, dass wir wegen IFRS 17 in der gesamten Organisation Anpassungen vornehmen und viele Schulungen machen müssen”, ergänzt Sauer.

Dennoch stößt die Umstellung auf den neuen Rechnungslegungsstandard grundsätzlich auf Zustimmung. “IFRS 17 ist eine Revolution der Accounting-Regeln”, betont Sauer. Zudem sei der neue Standard “ein richtiger Schritt, um die Standardisierung, Harmonisierung und Transparenz in der Berichterstattung zu steigern. Das tut der Branche gut”.

Derzeit soll die Neuregelung nur für die Konzernabschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen gelten. “Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die IFRS-Regeln als Vorlage dienen werden, um die Europäische Versicherungsbilanzrichtlinie zu überarbeiten. Diese stammt aus dem Jahr 1991 und soll nach Aussagen der EU-Kommission geändert werden”, ergänzt Hans-Jürgen Säglitz, Leiter Rechnungslegung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Damit wären dann auch Konzern- als auch Einzelabschlüsse nach HGB betroffen. (vwh/td)

Bildquelle: Allianz

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