Versicherungswirtschaft-heute

            Mobilsite

 

IDD ist da – das müssen Vermittler tun

26.02.2018 – Justitia_by_Florentine_pixelio.deWas lange währt, ist schlussendlich in Kraft getreten. Die Rede ist von IDD (Insurance Distribution Directive). Damit Sie als Vermittler ohne Sorge in die neue Woche und das Jahr 2018 blicken können und auch wissen, was noch kommen wird, haben der BVK und VWheute die wichtigsten Punkte für die Versicherungsvermittler zusammengetragen.

Die Versicherungsvermittler müssen einige neue Pflichten beachten, allerdings ist das von IDD betroffene Feld weitaus größer. Dabei betrifft IDD nicht nur den Vertrieb, auch der Innendienst wird davon massiv berührt (siehe SCHLAGLICHT).

Die Vermittler sind besonders von der Veränderung der Gewerbeordnung sowie einer Umgestaltung des Versicherungsvertrags- (VVG) sowie des Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) betroffen, die um verschiedene Bestimmungen erweitert werden. Ab sofort gelten folgende Punkte:

  • Versicherungsvermittlung im bestmöglichen Interesse des Kunden
  • Vermeidung von Interessenkonflikten bei der Versicherungsvermittlung zwischen Kunden und dem Vergütungsinteresse des Vermittlers
  • Pflicht zur Weiterbildung: Jeder Versicherungsvermittler muss sich mindestens 15 Stunden im Jahr weiterqualifizieren. Achtung: Die Weiterbildung ist auf Verlangen der Aufsichtsbehörde nachzuweisen
  • Versicherungsvermittler müssen alle sachgerechten Informationen über ein Versicherungsprodukt, das sie vermitteln wollen, vom Produktgeber einholen, bevor sie ihre Kunden dazu beraten und ihnen das Produkt vermitteln
  • Gesetzlich verboten sind Provisionsabgaben an Kunden bereits seit Sommer 2017

Was kommen wird

Die zu IDD gehörende Versicherungsvermittlungsverordnung befindet sich noch in einer ministeriellen Abstimmung und liegt daher noch nicht in der Endfassung vor. Der Verordnungsentwurf sieht folgende Punkte vor:

  • Geplant sind erweiterte Informationspflichten. So sind Vermittler zukünftig zusätzlich verpflichtet, beim ersten Geschäftskontakt dem Versicherungsnehmer gegenüber mitzuteilen, dass sie eine Beratung anbieten und welche Art und Quelle der Vergütung vorliegt, also ob zum Beispiel. eine Provision oder Courtage durch das Versicherungsunternehmen bei der Vermittlung eines Versicherungsschutzes erfolgt. Eine Offenlegung der Provisionen ist damit aber nicht verbunden
  • Vermittler müssen zukünftig über Leitlinien zur Bearbeitung von Beschwerden verfügen. Dies gilt nur für Vermittler mit Erlaubnis nach § 34 d Abs. 1 der Gewerbeordnung und für Vermittler in größeren Agenturen
  • Teilnahme am Schlichtungsverfahren des Versicherungsombudsmanns

Kein Vermittler sollte sich von der in den Medien thematisierten Verschiebung von IDD täuschen lassen. Die EU-Kommission hat zwar beschlossen, die Anwendbarkeit der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD zu verschieben. Das ist jedoch für Versicherungsvermittler in Deutschland nicht von Belang, denn die Verschiebung betrifft nur diejenigen EU Mitgliedstaaten, die es bisher nicht geschafft haben, ein nationales IDD-Umsetzungsgesetz zu beschließen.Der Deutsche Bundestag hat aber das IDD-Umsetzungsgesetz bereits Ende Juni 2017 verabschiedet.

Allerdings wurden auch einige Zusatzbestimmungen zur IDD verschoben. Dies betrifft insbesondere Produktgenehmigungsverfahren, Anforderungen zu Produktinformationen sowie den Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten. Es werden also noch Änderungen kommen. (vwh/mv)

Link: IDD-Checkliste des BVK in Zusammenarbeit mit Matthias Beenken von der FH Dortmund (PDF)

Bild: Justitia (Quelle: Florentine / www.pixelio.de / PIXELIO)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten