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Hundehaftpflicht: Warnen schützt vor Strafe nicht

09.03.2018 – Bernhardiner_Sandra Praeg_pixelio.deDer Halter haftet für seinen Hund. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn der Halter das Opfer eindringlich mahnte und sich die Geschädigte nicht nach den Warnungen richtete. Dies haben nun die Richter des OLG Oldenburg höchstrichterlich entschieden (Az.: 9 U 48/17). Der Fall sollte jedem Hundehalter ohne entsprechenden Schutz ein Fingerzeig sein.

Die Klägerin war bei einem Bekannten zur Feier seines 75. Geburtstags eingeladen. Dort lief ein Hund frei herum, den der Bekannte drei Wochen vorher aus einem rumänischen Tierheim mitgebracht hatte. Der Hund biss der Klägerin ins Gesicht, als sie sich zu ihm herunterbeugte. Sie erlitt Biss,- Riss- und Quetschwunden, musste notärztlich behandelt werden und wurde mehrfach operiert. Später verklagte sie ihren Bekannten auf Schadensersatz.

Dieser wies die Verantwortung von sich, da die Frau auf eigene Gefahr gehandelt und den Hund begrüßt hätte. Sie sei ausdrücklich darum gebeten worden, dem Hund kein Leckerli zu geben und ihn nicht anzufassen. Sie treffe mindestens ein erhebliches Mitverschulden.

Die Gerichte urteilen einheitlich

Das sah das OLG genau wie die Vorinstanz anders. Mit dem plötzlichen Biss des Hundes habe sich eine typische Tiergefahr verwirklicht. In einen solchen Fall müsse der Halter nur dann nicht haften, wenn sich jemand ohne triftigen Grund bewusst in eine Situation drohender Eigengefährdung begebe.

Dies könne in dem Fall nicht festgestellt werden. Nach der Beweisaufnahme stehe fest, dass die Frau den Hund nicht gefüttert oder gestreichelt, sondern sich lediglich zu ihm heruntergebeugt habe. Da der Hund auf der Feier frei herumlief, habe die Frau nicht damit rechnen müssen, dass hierdurch bereits ein Beißreflex ausgelöst werde. Ein Gast dürfe bei einem freilaufenden Haustier nach Treu und Glauben damit rechnen, dass bei einem normalen Herunterbeugen zu einem Haustier kein Angriff folge. (vwh/mv)

Bildquelle: Sandra Präg / www.pixelio.de / Pixelio

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