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Hebammen erhalten deutlich mehr Geld

07.09.2017 – Hebamme_Helene Souza_pixelioanzeigeFreiberufliche Hebammen erhalten rückwirkend ab 15. Juli 2017 über 17 Prozent mehr Honorar. Eine Neustrukturierung der klinischen Geburtenbetreuung durch freiberufliche Beleghebammen ermöglicht künftig eine persönlichere Betreuung. Damit ist zum Schutz von Mutter und Kind eine qualitativ hochwertige Versorgung langfristig gewährleistet. Um die Maßnahmen in den Kliniken umsetzen zu können, tritt diese Regelung am 1. Januar 2018 in Kraft.

Nachdem sich die Verbände der Hebammen und der GKV-Spitzenverband nicht über die Honorarentwicklung und strukturelle Fragen zur Verbesserung der Versorgungsqualität verständigen konnten, war die zuständige Schiedsstelle angerufen worden. Diese hat nun dem gemeinsamen Schiedsantrag des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands BfHD e.V. und des GKV-Spitzenverbandes zugestimmt.

Der GKV-Spitzenverband begrüßt das Ergebnis. Die Honorare würden deutlich angehoben, zudem würden Schwangere in den Kliniken durch freiberuflich tätige Hebammen künftig individueller betreut. Der GKV-Spitzenverband zeigt zudem Bereitschaft, das Angebot der Hebammenverbände anzunehmen, gemeinsam entsprechende Konzepte zur Weiterentwicklung der klinischen Geburtsbetreuung durch Beleghebammen zu erarbeiten. Außerdem wurden neue Leistungen, wie z.B. ein drittes Vorgespräch in der Schwangerschaft und die Einzelunterweisung zur Geburtsvorbereitung (bisher nur Finanzierung von Gruppenkursen), vereinbart.

Die neuen Leistungen führen zusammen mit den Neustrukturierungsmaßnahmen für die persönlichere Betreuung in der klinischen Geburtshilfe zu weiteren Mehreinnahmen der Hebammen über die 17-prozentige Honorarerhöhung hinaus. Für diesen zusätzlichen Bereich kalkulieren die Kassen mit Mehrausgaben in Höhe von bis zu fünf Prozent. Zusätzlich kommt ein besserer Betreuungsschlüssel. Deshalb sei es ein großes Anliegen des GKV-Spitzenverbandes gewesen, durch strukturelle Vorgaben und finanzielle Verbesserungen sicherzustellen, dass eine freiberufliche Hebamme in der Klinik künftig in der Regel nicht mehr als zwei Schwangere zur selben Zeit betreut.

Zusätzlich zu den Honorarerhöhungen erhalten freiberufliche Hebammen auch weiterhin einen Ausgleich für die steigenden Kosten ihrer Berufshaftpflicht-Versicherung. Hierfür zahlt der GKV-Spitzenverband der einzelnen Hebamme auf Antrag einen Sicherstellungszuschlag. Wenn sich die Versicherungsprämie für die Berufshaftpflichtversicherung erhöht, steigt automatisch die Zahlung durch die gesetzliche Krankenversicherung an.

Zuletzt waren die Honorare für freiberufliche Hebammen im September 2015 um fünf Prozent gestiegen. Davor gab es im Januar 2013 eine 13-prozentige Honorarerhöhung. (vwh/wo)

Bildquelle: Helene Souza / PIXELIO (www.pixelio.de)

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