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Haftpflicht haftet auch bei Demenz

10.01.2018 – Gehirn_Denken_Loesung_ Rike_pixelio.deEin Demenzkranker muss nicht für einen verursachten Schaden aufkommen. Klare Sache, denn er kann sein Handeln wegen des Abbaus des Gehirns nicht mehr kontrollieren. So einfach ist es aber keinesfalls, denn ob eine Deliktsunfähigkeit vorliegt, kann nur im Einzelfall geklärt werden. Die finanziellen Folgen müsste der Kranke also möglicherweise tragen.

Demenzkranke können lichte Momente haben, in denen das Gehirn funktioniert und gerade zu Beginn der Krankheit würden Menschen bis auf wenige Momente genauso handeln wie zuvor. Ob eine Deliktsunfähigkeit gegeben ist, muss im Fall der Fälle ein Gericht entscheiden.

Fakt ist, dass die Zahl der Demenzkranken zunimmt und wahrscheinlich sogar weiter steigen wird.

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Liegt bei einer Schädigung durch einen Demenzerkrankten keine Deliktunfähigkeit vor, springt die Haftpflicht ein. Liegt eine Deliktunfähigkeit vor, dann verwandelt sich die Haftpflicht in eine Art Rechtschutzversicherung und wehrt die unberechtigten Ansprüche der Gegenpartei ab, die Kosten muss dann der Geschädigte selbst tragen.

Wenn ein Demenzbedrohter oder ein Angehöriger das nicht möchte, kann er eine spezielle Klausel vereinbaren, mit der der Versicherer auch dann bezahlt, wenn der Schädiger nicht haftbar gemacht werden kann.

Eine Meldung der Erkrankung ist übrigens nicht nötig und eine höhere Prämie wird auch bei der Feststellung des Leidens nicht erhoben. (vwh/mv)

Bild: Rike / PIXELIO / (www.pixelio.de)

Grafik: Statista

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