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GKV wettert gegen Bevorzugung von PKV-Versicherten

01.02.2018 – Krankenversichertenkarte_Arztpraxis - Quelle DAKDie sogenannte “Zwei-Klassen-Medizin” sorgt weiterhin für politischen Zündstoff. So fordert die GV nun ein gesetzliches Kontingent für Kassenpatienten. “Ein Arzt, der eine volle Zulassung für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat, sollte zukünftig mindestens 30 Sprechstunden wöchentlich für gesetzlich Krankenversicherte anbieten müssen”, fordert stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg.

Zudem entscheide sich ein Arzt bewusst dafür, gesetzlich Versicherte behandeln zu dürfen, wenn er sich als Arzt niederlasse, so der Verbands-Vize. “Wir wollen, dass die bevorzugte Vergabe von Terminen an Privatversicherte künftig als Verstoß gegen die Pflichten eines Kassenarztes gilt und von den Kassenärztlichen Vereinigungen sanktioniert werden muss”, fordert von Stackelberg in einem Gespräch mit der Funke Mediengruppe. Die Begründung des Verbandsvertreters ist einfach wie simpel: Die gesetzlich Versicherten, die 90 Prozent der Bevölkerung ausmachen, finanzierten die Infrastruktur des deutschen Gesundheitswesens. Demnach sei eine flächendeckende Versorgung nur durch die Beiträge der 72 Millionen Kassenpatienten sei auch für Privatversicherte möglich.

GKV ist gegen gleiche Arzthonorare

Gleichzeitig wandte sich die GKV-Verband gegen die Pläne der SPD, die Arzthonorare in Deutschland anzugleichen. “Die Einführung einer einheitlichen Honorarordnung würde 90 Prozent der Menschen in diesem Land derzeit keinerlei Vorteile bringen, aber die Privatversicherten entlasten”, sagt der Vize-Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Dabei gehen Experten davon aus, dass durch eine einheitliche Gebührenordnung der Beitragssatz zur Krankenversicherung um durchschnittlich bis zu 0,6 Prozentpunkte auf dann 16 bis 16,2 Prozent vom Brutto steigen könnte.

Die Folge wäre, dass die gesetzliche Krankenversicherung für die gleichen Leistungen mindestens sechs Mrd. Euro mehr bezahlen müsste. Zudem es gebe “keinen Grund anzunehmen, dass dies tatsächlich zu einer schnelleren Terminvergabe für gesetzlich Versicherte führen würde”, ergänzt von Stackelberg.

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (VDEK) sind 85 Prozent der Menschen sind sehr zufrieden (30 Prozent) bzw. zufrieden (55 Prozent) mit der medizinischen Versorgung. Zudem schätze eine große Mehrheit der Befragten auch die Leistungsprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), wie die kostenfreie Familienversicherung, das Sachleistungsprinzip oder die solidarische Beitragserhebung.

Zudem gehe die aktuelle Debatte um die “Zwei-Klassen-Medizin” an der Realität vorbei, konstatiert der Verband. “Von einer systematischen Schlechterbehandlung der GKV-Patienten kann deshalb nicht die Rede sein”, betonte Verbandspräsidentin Ulrike Elsner bei der Vorstellung der Ergebnisse. Dennoch müsse man sich verstärkt mit den Themen Wartezeit und medizinische Versorgung auf dem Land befassen, heißt es beim VDEK weiter.

“Wenn die Ärzte ihrem Sicherstellungsauftrag nicht nachkommen, muss gesetzgeberisch nachgeschärft werden”, betont Elsner. Zudem gehöre auch die Vorschrift auf den Prüfstand, wonach in Vollzeit tätige Ärzte nur 20 Stunden Sprechzeit pro Woche anzubieten brauchen, fordert der Verband weiter. (vwh/td)

Bildquelle: DAK

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