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Geschwister ergaunern Millionen von Adelsdame

16.11.2017 – Gefaengnis_Peter Reinaecker_pixelio.deLiebe Vermittler, achtet auf eure Geschwister – besonders, wenn die bei der eigenen Versicherung arbeiten. In Österreich hat die Schwester eines Versicherungsagenten mit einem Netz aus Versicherungen und Bankkonten eine Adlige um Millionen betrogen – tatkräftig unterstützt wurde sie von ihrem Ehemann. Dem Eheenthusiasmus zum Trotz fanden die Richter das Gebaren äußerst unschön.

Erster Akt: Der Beginn des Dramas

Die adlige Dame – laut übereinstimmenden Medienberichten mit Wurzeln ins ehemalige Herrscherhaus Habsburg – hatte ihr früh ererbtes Vermögen von über sieben Mio. Euro bei einer Schweizer Privatbank angelegt. Dann zog sie in die Steiermark und begegnete besagtem Versicherungsagent – das verlief für sie alles andere als günstig. Zunächst wurde das Vermögen, das auch aus Gold und Edelsteinen bestand, zur Versicherung überwiesen, wofür eine hohe Provision fällig wurde, die vom Gericht nicht beanstandet wurde.

Zweiter Akt: Die gierige Schwester

Als das Geld bei der Versicherung eingetroffen war, traten die Schwester des Agenten und ihr Ehemann auf den Plan. Sie verschoben das Geld zu einer anderen Versicherung und von einem Depot ins nächste. Ein geschickt aufgezogenes achtjähriges Verwirrspiel, teilweise mit gefälschten Unterschriften begann und kostete Millionen. Sogar die Edelsteine und das Gold des Vermögens wurden aufgelöst, um den zu verflüssigen. Die Gehörnte zahlte jeden Monat doppelt, einerseits die Versicherungen und nochmal dieselbe Summe auf das Konto der Angeklagten.

Damit die Adlige keinen Verdacht schöpfen konnte, musste sie ihre Versicherungspost bei der Betrügerin abliefern. Die Betrügerei wurde schließlich von einem Freund der Geschädigten aufgeklärt, der die “Unterlagen überprüfte”. Woher er die Papiere plötzlich hatte, bleibt wie so vieles in diesem Fall bislang unklar. Auch dass das Gebaren der Schädigerin weder dem Bruder, immerhin der Agent der adligen Frau, noch einer der beteiligten Versicherung auffiel, rangiert irgendwo zwischen skurril und unglaubwürdig.

Dritter Akt: Das (vorläufige) Urteil

Glaubwürdig ist dagegen, dass die ergaunerte Beute in Höhe von 1,6 Mio. Euro vor Gericht für viereinhalb Jahre für die Täterin wegen schweren Betruges ausreichte. Ihr Mann bekam zweieinhalb Jahre, davon acht Monate unbedingt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weitere Zivilverfahren in dieser Posse noch nicht beendet. (vwh/mv)

Bildquelle: Peter Reinäcker / www.pixelio.de / PIXELIO

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