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Geldautomaten werden bei Kriminellen wieder beliebter

30.06.2017 – Geldautomato_fotoliaGeldautomaten scheinen ein zunehmend beliebtes Ziel organisierter Kriminalität zu werden. Laut einem aktuellen Bericht des Bundeskriminalamtes (BKA) sind allein 2016 insgesamt 318 Geldautomaten gesprengt worden. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 102 Prozent. Regionaler Schwerpunkt ist nach Angaben der Kriminalisten Nordrhein-Westfalen.

Laut BKA waren die Täter in 128 Fällen erfolgreich, was einem Anstieg von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr (86 Fälle) entspricht. In 190 Fällen blieb es hingegen bei einem versuchten Diebstahl. Auch verzeichnen die Experten des Bundeskriminalamtes einen Plus gegenüber dem Vorjahr von 121 Prozent (2015: 71 Fälle). Besonders betroffen mit insgesamt 136 besonders schweren Fällen des Diebstahls war Nordrhein-Westfalen. Den Hauptgrund sehen die Kriminalisten darin, dass vor allem niederländische Tätergruppen in diesem Bundesland besonders erfolgreich sind. Ebenfalls besonders stark betroffen sind demnach Niedersachsen mit 34 Fällen, Brandenburg (27 Fälle) und Baden-Württemberg (22 Fälle). Schlusslichter sind Bremen mit vier Fällen, Mecklenburg-Vorpommern mit zwei Fällen und das Saarland mit gar keinem Fall.

Davon betroffen ist auch die Provinzial Rheinland. “Wegen möglicher Präventionsmaßnahmen stehen wir mit allen bei uns versicherten Sparkassen in einem intensiven Dialog. Für besonders gefährdete Geldautomaten vereinbaren wir individuelle Lösungen mit unseren Kunden. Dies beginnt zum Beispiel mit der Schließung von Foyers in Nachtzeiten, Nachrüstung von Einfärbesystemen, Ausrüstung der Automaten mit sogenannten EAM-KITS (Energie absorbierende Module und bauliche Verstärkung des Behältnisses), Einbau von Vernebelungssystemen oder letztlich mit dem Austausch des Geldautomaten gegen ein sprenggeschütztes Modell”, betont ein Unternehmenssprecher. So verzeichnete die Provinzial allein 2016 insgesamt 23 Schäden, “darunter auch solche im sechsstelligen Bereich.

Deutlicher Anstieg bei technischen Manipulationen

Eine weitere besorgniserregende Entwicklung sehen die Experten auch bei den technischen Manipulation von Geldautomaten (“Skimmping”). So registrierte das BKA allein 2016 insgesamt 369 einschlägige Angriffe. Dies entspricht einem massiven Anstieg von 94 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit lediglich 190 Fällen. Bedingt durch Mehrfachangriffe waren 2016 insgesamt 159 Geldautomaten betroffen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg von 35 Prozent (2015: 118 Geräte).

Regionale Schwerpunkt laut BKA mit großem Abstand die Bundeshauptstadt Berlin mit 281 Skimming-Angriffen, gefolgt von Hamburg mit 30 Angriffen und Nordrhein-Westfalen mit 17 Fällen. Schlusslichter waren Sachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils vier Angriffen, Rheinland-Pfalz mit drei registrierten Fällen, sowie Brandenburg mit zwei Manipulationen. In Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden hingegen keine Skimming-Angriffe registriert.

Eine Ursache für den Brennpunkt Berlin sieht das BKA in der hohen Anzahl ausländischer Touristen, insbesondere außerhalb Europas, da deren Zahlungskarten teilweise noch nicht mit einem EMV-Chip ausgestattet seien. Belastbare Gesamtzahlen zur bundesweiten Schadens- und Fallentwicklung liegen dem BKA nach eigenen Angaben jedoch nicht vor, da ein Großteil der Straftaten nicht angezeigt werden. Auch Zahlen zu Missbrauchsumsätzen liegen dem BKA nicht vor. Angaben der Firma Euro Kartensysteme belaufe sich der Schaden durch Skimming-Institute auf rund 1,9 Mio. Euro.

Zudem stellt das BKA fest, dass die Täter im Deliktsbereich Skimming nahezu ausschließlich bulgarischer, rumänischer und moldawischer Herkunft seien. Geographische Schwerpunkte für den Einsatz gefälschter Zahlungskarten waren in 2016 vor allem Indien, Indonesien, die USA und Südkorea. Weitere Verwertungstaten folgten vor allem in Mittel- und Südamerika, z. B. in Belize, sowie in Südostasien, z. B. auf den Philippinen.

Lediglich bei den Datenabgriffen im Ausland verzeichnen die Kriminalisten des BKA einen konstanten Rückgang. Lag die Zahl der manipulierten Geldautomaten im Jahr 2012 noch bei 830, gingen diese auf 232 in 2016 zurück. Allein gegenüber dem Vorjahr wurden zehn Prozent weniger Manipulationen registriert (2015: 257). Am häufigsten erfolgten die Datenabgriffe laut BKA in Italien und Großbritannien. (vwh/td)

Bildquelle: Fotolia

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