Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Flunkert die Bafin bei den Restschuldversicherungen?

27.06.2017 – Geld by_Q.pictures_pixelio.deDie Restschuldversicherung ist vor allem bei Verbraucherschützern nicht gerade beliebt. Ein zentraler Vorwurf: Die Versicherer verkauften entsprechende Policen überteuert. Allerdings steht nicht mehr nur die Branche im Fokus der Kritik, auch die Finanzaufsicht muss sich einiges anhören: Die Bafin verfüge über keine genauen Zahlen, wie viele Restschuldversicherungen tatsächlich in Deutschland bestehen.

Anlass ist eine Marktstudie der Bafin über die Restschuldpolicen. Darin kommt die Finanzaufsicht auf der Basis ihrer Erstversicherungsstatistik zum Ergebnis, 2015 seien insgesamt 2,013 Millionen Policen mit einer Versicherungssumme von 13,296 Mio. Euro abgeschlossen worden. Allerdings räumen die Finanzaufseher ein, dass die Untersuchung nicht sämtliche Marktteilnehmer umfasse, “doch repräsentieren die befragten Versicherungsunternehmen und Kreditinstitute die ganze Marktbreite.”

Demnach sollen die “im Rahmen des Auskunftsersuchens erhobenen Zahlen zu den versicherten Personen zeigen dabei, dass der Markt für Restschuldversicherungen größer ist, als die zuvor genannte Statistik zunächst vermuten lässt. Gleichwohl sind genaue Aussagen zum Umfang der Verträge, die von den befragten Versicherungsunternehmen gehalten werden, schwierig”, betont die Bafin in ihrer Untersuchung.

“Ohne zu wissen, wie viele und welche Verbraucher ein Produkt nutzen, ist effektiver Verbraucherschutz aber lediglich Glückssache”, kritisiert Dirk Ulbricht, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) in Hamburg. So habe sich die Bafin “bislang vor allem mit Produkten beschäftigt, die die meisten Verbraucher, wenn überhaupt, nur vom Hörensagen kennen”.

So hätte die Untersuchung “auch schon den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages in die Irre geführt”, kritisiert das IFF: “Auf eine kleine Anfrage der Grünen hin wurde auf dieser Datenbasis festgestellt, dass der Markt in Deutschland rückläufig sei. Die Erstversicherungsstatistik ist aber auf geradezu groteske Weise unbrauchbar.”

Die Bafin selbst wies die Vorwürfe auf Anfrage von VWheute zurück. “Klares Ziel unserer Untersuchung war herauszustellen, ob und ggf. welche Defizite aus verbraucherschutzrechtlicher Sicht generell am Markt für Restschuldversicherungen bestehen. Rein statistische Daten zu Anzahl und Profil konkret betroffener Verbraucher waren dabei für uns nicht primär von Bedeutung. Uns ging es vielmehr darum, inhaltliche Schwachstellen aufzudecken”, heißt es in einer Stellungnahme. (vwh/td)

Link: Anhörung: Auch Restkreditversicherung auf dem Prüfstand (Tagesreport vom 31.05.2017)

Bildquelle: Q.pictures / PIXELIO (www.pixelio.de)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten