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Fingierte Unfälle via Photoshop: 715.000 Euro Schaden

12.01.2018 – KFZ-Schaeden_Unfall_seedo_pixelio.deEchte Blechschäden sind von gestern. In Bonn stehen fünf Männer vor Gericht, die per Photoshop fingierte Unfälle vorgetäuscht hatten und damit Versicherungen in ganz Europa in 102 Fällen um 715.000 Euro erleichterten. Der Bundesverbandes der Sachverständigen warnt vor falschem Sparen bei der Schadenbearbeitung. Die Beulen und Lackkratzer für die fingierten Schäden entstanden digital, das Geld auf den Konten der Betrüger war real.

Wie groß der Schaden war: Das Verlesen der Anklage dauerte mehr als eine Stunde. Der Vorwurf lautet auf gewerbsmäßigen schweren Bandenbetrug. Gescheitert ist die Bande an ihrer Gier, im Jahr 2014 hat sie einen vermeintlichen Unfall bei zwei Niederlassungen derselben Autoversicherung eingereicht. Ein Sachbearbeiter war aufmerksam und die Ermittlungen begannen und kumulierten jetzt im Prozess.

Software oder Gutachter

Bei der Betrugsserie ist auffällig, von den insgesamt 102 eingereichten Pseudo-Schäden wurde 82 beglichen wurden, das sind über 80 Prozent. Hätte eine moderne Software die Schäden verhindern können, zuletzt berichtete VWheute von Software, die Betrugsversuche bei Kfz-Schäden aufdeckt und einer Neuentwicklung, die Kfz-Sachverständige überflüssig machen könnte.

Andreas Schwarz, Erster Vorsitzender des Bundesverbandes der Sachverständigen für das Versicherungswesen glaubt, dass Schadenabwicklung in die Hände von Könnern gehört und nicht am PC erfolgen soll: “Das Drei-Stufen-Model vom Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen hätte diesen Betrug, der mit Gerichtskosten und allen Drum und Dran sicherlich die Millionengrenze überschreitet, verhindert. werden können. Ein Sachverständiger vom BVSV e.V. schaut vor Ort nach, bestätigt per Mail den Schaden, vielleicht noch mit Foto hinterlegt, und schon passt es”

Weiter führt er aus: “Schadenregulierung gehört heute und zukünftig in die Hände von denen, die etwas davon verstehen. Digitalisierung und Rationalisierung verursachen nicht nur Ersparnisse bei den Konzernen, sondern können -wie in diesem und sicherlich in vielen anderen Fällen- vor unnützen Kosten und Reputationsschäden schützen. Man kann auch am falschen Ende sparen.” (vwh/mv)

Bild: Autoschaden (Quelle: seedo / www.pixelio.de / PIXELIO)

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