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EZB: In Trippelschritten aus dem Zinsloch

04.07.2017 –

Weidmann_BundesbankDie Hinweise auf eine Zinswende verdichten sich. Die EZB scheint sich von ihrer Nullzins-Politik zu verabschieden, zumindest bereiten die Währungshüter der Euro-Staaten die Abkehr von der expansiven Geldpolitik vor. “Das kommt hoffentlich, und daran arbeiten wir auch, das diskutieren wir auch”, sagte Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, der FAZ zufolge bei deren Tag der Offenen Tür.

Bereits vergangene Woche hatte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger Schlagzeilen gemacht: “Die Geldpolitik sollte sich schon jetzt darauf vorbereiten, den Weg in die Normalität anzutreten”, sagte sie mit Blick auf die Inflationsrate in der Euro-Zone. Diese hatte im Juni mit 1,3 Prozent die Zielmarke deutlich unterschritten. Lautenschläger zufolge seien alle Voraussetzungen für eine restriktive Geldpolitik gegeben, die EZB solle entsprechende Vorkehrungen treffen.

Einen weiteren Hinweis auf eine anstehende Zinswende lieferte die EZB-Ratssitzung Anfang Juni im estnischen Tallinn. Zwar hatten die Ratsmitglieder den Leitzins auf null Prozent belassen – bereits seit 10. März 2016 liegt er dort.  Doch im Wortlaut des Beschlusses findet sich eine Änderung im Vergleich zu den vorigen, die Niedrigzinsgeplagte aller EU-Länder aufhorchen lässt.

Politik der kleinen Schritte

“Die EZB hat vorsichtig die geldpolitische Wende eingeleitet, wenn auch nur mit Worten und nicht mit Taten“, kommentiert Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) den Beschluss. Die Änderung der Kommunikation bewertet er als “Schritt in die richtige Richtung”.

Den zaghaften Kurswechsel der EZB begrüßt Fratzscher: “Die EZB handelt richtig, den Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik graduell und nicht abrupt vorzubereiten, damit keine schädliche Verunsicherung entsteht, sondern Unternehmen und Investoren langfristig planen können.” (vwh/de)

Bild: Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, auf dem Tag der Offenen Tür der Bundesbank in Frankfurt/Main (Quelle: Bundesbank)

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