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EU-Gipfel setzt Brexit auf die Schienen

28.04.2017 – Grossbritannien Flagge London by_Andrea Damm_pixelio.deDer bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens nimmt konkrete Formen an. Am morgigen Samstag wollen die Staats- und Regierungschefs der verbliebenen 27-EU-Staaten den weiteren Brexit-Fahrplan festzurren. Bundeskanzlerin Angela Merkel will zunächst über die Austrittsvereinbarungen sprechen.

So mache es ohne die Klärung der entsprechenden Austrittsfragen – einschließlich der finanziellen Verpflichtungen – “keinen Sinn, parallel schon über Details des zukünftigen Verhältnisses zu verhandeln”, betonte die Kanzlerin in einer Regierungserklärung am Donnerstag. Demnach müsse es bei den Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU auch um finanzielle Fragen gehen, “die sich auch auf die Zeit nach dem Austritt erstrecken”. Nach Angaben aus EU-Kreisen werde die Austrittsrechnung für London auf bis zu 60 Mrd. Euro geschätzt, berichtet der Tagesspiegel.

Anders als die britische Regierung will die EU in zwei getrennten Phasen über den Brexit verhandeln. Demnach solle im ersten Schritt die Fragen der Scheidung geklärt werden, im zweiten Schritt dann die zukünftigen Beziehungen. Die Liste der EU-Verhandlungsthemen ist scheint jedenfalls lang: Aufenthalt, Wohnrecht, Zugang zum Arbeitsmarkt, Sozialbezüge, Steuervorteile, Ausbildung das Recht auf selbstständige Tätigkeit oder die gegenseitige Anerkennung bereits vorhandener Studienabschlüsse.

Passend zum offiziellen Austrittsgesuch Großbritanniens aus der EU hat auch der britische Versicherungsmarkt Lloyd’s of London einen – zumindest teilweise – Exit aus der britischen Hauptstadt vollzogen. So will der britische Versicherungsmarkt seinen Europasitz ironischerweise in der EU-Hauptstadt Brüssel aufschlagen. “Es ist wichtig, dass wir dem Markt und den Kunden eine effiziente Lösung bieten, damit das Geschäft ohne Unterbrechung weiterlaufen kann, wenn Großbritannien die EU verlässt”, betonte Lloyd’s-Chefin Inga Beale. Darüber hinaus hat sich AIG bereits dafür entschieden, seinen Europasitz ins Großherzogtum Luxemburg zu verlegen. (vwh/td)

Bildquelle: Andrea Damm / PIXELIO (www.pixelio.de)

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