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Eidgenossen wollen keine Rentenreform

26.09.2017 – Schweizer Flagge_Andrea Damm_pixelio.deWegweisende politische Entscheidungen gab es am vergangenen Sonntag nicht nur in Deutschland. So stimmten die Eidgenossen erstmals seit 20 Jahre über eine Reform des Schweizer Rentensystems ab. Das Ergebnis: 52,7 Prozent der Wähler im südlichen Nachbarland stimmten mit Nein. Der Schweizer Versicherungsverband (SVV) sieht nun einen raschen Handlungsbedarf.

Demnach sah die Reform unter anderem vor, dass Frauen bis zum Alter von 65 Jahren und damit ein Jahr länger als bisher arbeiten sollten als bislang. Zudem sollte der Rentenbeitrag aus den Löhnen leicht von 10,25 auf 10,55 Prozent erhöht werden. In der Schweiz werden diese Beiträge zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und -gebern finanziert.

Außerdem sah der Reformentwurf vor, dass die Rentenkasse (AHV) mehr Geld aus den Mehrwertsteuereinnahmen erhalten sollte. Dafür sollte die derzeit geltende Mehrwertsteuer um 0,3 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent erhöht werden.

Allerdings war der Reformentwurf in der Schweizer Politik durchaus umstritten. So hatte die konservative Volkspartei (SVP) die Reform als “teures Linksprojekt” abgelehnt, die ihr nicht weit genug gehen würde. Auch die drittgrößte Partei, die liberale FDP, äußerte sich im Vorfeld kritisch zum Reformvorhaben.

Versicherer fordern schnelle Stabilisierung des Systems

Der Schweizer Versicherungsverband (SVV) äußerte sich auf Anfrage von VWheute besorgt über den Ausgang der Volksabstimmung. “Das schweizerische Vorsorgesystem steht vor großen demographischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Nach der Ablehnung der Rentenreform muss das System jetzt so rasch wie möglich finanziell stabilisiert werden. Für die Lebensversicherer, die in der beruflichen Vorsorge tätig sind, enthielt die Reform sowohl positive als auch negative Elemente”, betonte eine Verbandssprecherin.

Zudem sei die “vorgeschlagene Senkung des Umwandlungssatzes ein wichtiger Punkt für die finanzielle Stabilisierung der beruflichen Vorsorge” gewesen. “Andere Vorschläge hätten die Lebensversicherer bei der Durchführung dagegen eingeschränkt. Welche Aspekte für die Lebensversicherer nun mehr ins Gewicht fallen, muss jedes Unternehmen jeweils für sich beurteilen”, konstatiert der SVV. (vwh/td)

Bildquelle: Andrea Damm / PIXELIO (www.pixelio.de)

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