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Diesel-Skandal: Software-Update reicht nicht aus

24.08.2017 – 150494_web_R_by_O. Fischer_pixelio.deDie beim Dieselforum am 2. August 2017 beschlossenen Maßnahmen führen zu einer Senkung der Stickstoffdioxidbelastung in den deutschen Städten von bis zu sechs Prozent. Diese Senkung reicht in den meisten betroffenen Städten aber nicht aus, um den Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter einzuhalten, der in der EU zum Schutz der menschlichen Gesundheit gilt. Das ergaben Modellrechnungen des Umweltbundesamtes (UBA).

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bewertete die Ergebnisse und stellte fest: “Die Bevölkerung in den deutschen Städten hat ein Recht auf saubere Luft. Deshalb brauchen wir Maßnahmen, die zu einer raschen Senkung der Stickstoffdioxidbelastung führen”. Es könnte nicht sein, dass sich einige Hersteller selbst vor Software-Updates drücken würden.

Auch die Weigerung der Autoindustrie, sich mit technischen Nachrüstungen zu befassen, sei für sie nicht akzeptabel. Klar müsste sein, dass wie bei den Software-Updates, auch bei den Hardware-Nachrüstungen die Hersteller verantwortlich seien. Auch die Kosten hierfür müssten vollständig von den Fahrzeugherstellern getragen werden.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger verwies darauf, dass die Luft in den Städten trotz Software-Update kaum spürbar besser werde, liege am viel zu schlechten Ausgangsniveau der Fahrzeuge. Euro 5-Diesel ohne Update würden im Schnitt 906 Milligramm Stickstoffoxide pro Kilometer ausstoßen. Das sei fünfmal mehr als der Grenzwert von 180 Milligramm. Auch bei Euro 6-Diesel-Fahrzeugen ohne RDE würden sechsmal mehr Stickstoffoxide aus dem Auspuff kommen als zulässig.

Für fast 70 deutsche Städte reichten die Maßnahmen voraussichtlich nicht aus, um die Atemluft unter den Grenzwert von maximal 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid im Jahresmittel zu senken. Nur in rund 20 Städten, die derzeit knapp über dem Grenzwert liegen, würden die Beschlüsse des Diesel-Gipfels dazu führen, die seit 2010 geltenden EU-Grenzwerte endlich einzuhalten. (vwh/wo)

Bildquelle: O. Fischer / PIXELIO (www.pixelio.de)

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