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Diebe schwören auf Edelmetalle und Autos

21.09.2017 – maus_auto_fotolia_ - quelle fotolia alphaspiritFahrzeuge und Edelmetalle sind bekanntermaßen besonders begehrte Sammlerobjekte. Daher dürfte es kaum verwundern, dass sich die beiden edlen Gerätschaften auch bei Menschen mit einer ausgeprägten kriminellen Energie einer besonderen Beliebtheit erfreuen. In Kassel wurden nun drei Männer wegen des Diebstahls von Katalysatorenstaubs verurteilt. Zeitgleich veröffentlichte der GDV seine Autodiebstahlstatistik für 2016.

Über ein Jahr hatte der Prozess gegen den 62-jährigen Hauptangeklagten und seinen 55-jährigen Komplizen vor dem Landgericht Kassel gedauert. Der Vorwurf: Über Jahre hinweg wertvollen Katalysatorenstaub von VW-Recyclinghof auf dem Kasseler Henschel-Gelände entwendet zu haben. Dabei hatte allein der 62-Jährige insgesamt 50 Diebstähle mit einem Schaden von etwa 200.000 Euro gestanden. Dafür verurteilten ihn die Richter am LG Kassel nun zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Sein Komplize, welcher 18 Taten eingeräumt hatte, erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr.

Das Verfahren gegen den 30-jährigen Sohn des Hauptangeklagten wurde jedoch eingestellt. Dieser hatte das Geld seines Vater für einen Hauskauf erhalten. Dabei gab er jedoch zu, den entsprechenden Betrag “leichtfertig” erhalten zu haben. Zuvor hatten sich alle Prozessbeteiligten darauf verständigt, dass Vater und Sohn insgesamt 180.000 Euro an den VW-Konzern zurückzahlen. Der Komplize hatte bereits 20.000 Euro zurückgezahlt und will noch weitere 10.000 Euro erstatten, berichtet die HNA. Dafür sollen ihm die weiteren Rückforderungen über 30.000 Euro erlassen werden.

Die beiden älteren Angeklagten waren laut Bericht im Jahr 2007 auf dem Recyclinghof beschäftigt. Dabei hatten sie alte Katalysatoren zerlegt und deren Schrott zu Staub zermahlen. Allerdings befanden sich darin auch wertvolle Edelmetalle wie Platin, Palladium oder Rhodium. Dabei hatten die Männer mindestens einmal pro Woche mindestens einen Kasten mit Schritt zur Seite geschafft, des Nachts vom Hof geschafft und an einen unbekannten Abnehmer verkauft. Der Wert je Kiste Edelmetall: rund 5.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Anklage von einem Diebstahl von fast 20 Tonnen im Wert von 1,3 Mio. Euro aus. Allerdings konnte sie diesen Schaden nicht abschließend belegen, da es dabei teilweise um Schätzungen gehandelt haben soll. Dem VW-Konzern soll der Diebstahl zudem über Monate hinweg nicht aufgefallen sein.

Autodiebe in Deutschland bevorzugen Porsche

Wesentlich auffälliger hingegen ist der Umstand, dass Autodiebe in Deutschland vor allem auf die Modelle Land Rover und Porsche abfahren. Dies geht aus der aktuellen Autodiebstahlstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft für das Jahr 2016 hervor. Demnach lag die Diebstahlhäufigkeit für Landrover bei 2,1 je 1.000 kaskoversicherten Pkw (2015: 5,1), knapp gefolgt von Porsche mit 2,0 je 1.000 kaskoversicherten Pkw (2015: 1,2). Auf Platz drei landete Audi mit einer Häufigkeit von 1,3 (2015: 1,3).

In der Beliebtheitsskala ganz oben stand 2016 weiterhin Volkswagen mit insgesamt 4.429 gestohlenen Fahrzeugen (minus zwölf Prozent), gefolgt von Audi mit 3.245 gestohlenen Fahrzeugen (plus 1,7 Prozent) und BMW (inklusive Mini) mit 2.688 Diebstählen (minus 2,7 Prozent) und Mercedes Benz mit 1.376 gestohlenen Autos (plus 12,5 Prozent). Den deutlichsten Anstieg verzeichnete der GDV im vergangenen Jahr hingegen bei der Marke Porsche mit einem Plus von 83,6 Prozent auf 405 gestohlene Fahrzeuge.

Diebstahlhauptstadt war nach Angaben des GDV weiterhin Berlin mit 3.477 Diebstählen und einer Schadensumme von 17.085 Euro, gefolgt von Hamburg mit 1.112 Diebstählen (Schadens13.176 Euro),umme: 20.569 Euro) und Leipzig mit 248 Diebstählen (Schadensumme: 13.176 Euro). (vwh/td)

Links: GDV-Zahlen im Überblick / Autodiebstähle nach Bundesländern

Bildquelle: Fotolia

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