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Die Schweinepest ist auch für Versicherer eine Gefahr

15.01.2018 – Hausschwein_Nutztier_Bauernhof by_Thommy Weiss_pixelio.deDie Schweinepest bedroht weiter Haussschweine und die Exsistenz der Bauern. Jetzt möchte der Bauernverband 70 Prozent aller Wildschweine erschießen lassen, um “katastrophale Folgen” abzuwenden. Eine ambitionierte Forderung. Wie beurteilt der Experte Münchener und Magdeburger Agrarversicherung (MMA) die Lage?

Die Schweinepest ist in Deutschland noch nie aufgetreten und für den Menschen ungefährlich. Dennoch ist die Aufregung groß, denn das Fleisch infizierter Tiere darf weder für Lebensmittel noch Tierfutter verwendet werden. Die hohe Ansteckungsgefahr versetzt die Bauern in helle Aufregung, steht für einige doch die Existenz auf dem Spiel. Die Gefahr ist real, wie die MMA feststellt: “Wir teilen die Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), das aufgrund des Verlaufs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) seit 2007 durch Osteuropa und besonders wegen der aktuellen Ausbrüche in Polen und Tschechien von einem hohen Risiko der Verschleppung der ASP nach Deutschland spricht.”

Kommt es zu Ansteckungen von Wild- und Hausschweinen, werden um den Ausbruchsherd unterschiedlich große Sperr- und Beobachtungsgebiete festgelegt, in denen die Vermarktung von Schweinen nur unter behördlich angeordneten Restriktionen oder gar nicht mehr möglich ist. Für die Tiere endet eine Ansteckung stets tödlich: “Hausschweinebestände, in denen Tiere mit dem ASP-Virus infiziert sind, werden umgehend tierschutzgerecht getötet und entsorgt. Sie werden definitiv nicht als Lebensmittel für Mensch und Haustiere verwertet”, erklären die Experten der MMA.

Die Folgen tragen die Landwirte

Seuchenkrisen wie die derzeitige sind für Landwirte mitunter existenzbedrohend, wenn kein Versicherungsschutz besteht: “Den Landwirten entstehen bei der Tötung ihres Schweinebestandes Kosten für die Tierverluste, für den Leerstand der Tierplätze und schadensbedingte Zusatzkosten für die Reinigung und Desinfektion. Die Tierseuchenkassen der einzelnen Bundesländer übernehmen davon die Erstattung der getöteten Tiere. Den Ertragsschaden für die Zeit des Leerstandes, aus der Wertminderung seiner tierischen Produkte und alle weiteren Kosten trägt der Landwirt zunächst selbst. Diesen Ertragsschaden kann der Landwirt über die Ertragsschadenversicherung versichern.”

In Deutschland wird ja bei Problemen mit Wildtieren gerne mal geschossen, man erinnere sich nur an den “Problembär Bruno”. In diesem Fall sind die Interessen der Bauern nach einer gewaltsamen Lösung aber zumindest nachvollziehbar. Wie bewertet die MMA den Fall, was muss getan werden? “Vordringlich ist ein Dreiklang aus präventiven Maßnahmen wichtig, um das Risiko eines Ausbruchs der ASP in Deutschland zu verhindern. Dazu gehört die vom Bauernverband geforderte Regelung einer stärkeren Bejagung von Schwarzwild mit allen Facetten und allen Beteiligten zu besprechen und durchzuführen. Selbstverständlich muss auch die Einschleppung über weggeworfene Speisereste auf den deutschen Transitautobahnen durch Kontrollen und Aufklärung verhindert werden. Für jeden schweinehaltenden Betrieb gilt wie bisher die strikte Einhaltung und Optimierung aller Biosicherheitsmaßnahmen für den eigenen Betrieb.”

Auf die Frage nach der Rolle der Versicherungswirtschaft antworteten die Experten der Münchener und Magdeburger Agrarversicherung: “Die ASP ist noch nicht in Deutschland aufgetreten. Deshalb ist die Sorge über das Ausmaß eines Ausbruchs in Deutschland sehr groß. Aus anderen Tierseuchengeschehen konnten alle an der Prävention und der Bekämpfung Beteiligten aus der Landwirtschaft, der Administration und auch aus der Versicherungswirtschaft den Umgang mit einer solchen Bedrohung stetig optimieren, um die Existenz der deutschen Landwirte zu sichern. Die Ertragsschadenversicherung hat an diesem Existenzschutz einen nicht mehr wegzudenkenden bedeutenden Anteil.” (vwh/mv)

Bild: Hausschwein (Quelle: Thommy Weiss / www.pixelio.de / PIXELIO)

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